Gesellschaft & Alltag

Yacine Aït Kaci

Der Vater von Elyx, des Botschafters der guten Laune

> Ausgabe Nr. 62

Yacine Aït Kaci wurde 1973 in Paris geboren. Er ist der geistige Vater von Elyx, einer ungeheuer lockeren und lustigen kleinen Figur, deren Züge auf ein Minimum reduziert sind: Ein Kreis mit ein paar Strichen bildet den Kopf mit einem breiten Lächeln, der Körper ist ein Dreieck und ein paar weitere Striche stellen Arme und Beine dar. Trotzdem verzaubert sie uns mit ihrem poetischen, zärtlichen und unkonventionellen Blick auf den Alltag. Durch die Magie der sozialen Netzwerke ist Elyx heute berühmt geworden und gilt als Symbol für ein ganz besonderes Weltbild. Elyx bringt Zehntausende von Menschen innerhalb und außerhalb des Hexagons zum Lächeln und tut ihnen gut.

David Ken

Der Fotograf, der das Glück fotografiert

> Ausgabe Nr. 62

David Ken hat dreißig Jahre lang mit Persönlichkeiten wie Claudia Schiffer, Laetitia Casta und Linda Evangelista gearbeitet. Seine Porträtaufnahmen, die er im Auftrag internationaler Markenartikelhersteller wie L’Oréal, Lancel oder Coca-Cola machte, waren in der Mode- und Werbewelt anerkannt und wurden in bekannten Magazinen wie Vogue, Grazia, Elle und Cosmopolitain, um nur einige zu nennen, veröffentlicht. Man kann also sagen, dass es ihm in materieller Hinsicht gut ging. 2009 hatte David Ken jedoch genug von künstlichem Lächeln und seelenlosen Posen. Er wollte seinem Beruf und seinem Leben einen neuen Sinn geben. Schluss mit Mode und Werbung. Zusammen mit seinem Freund William Lafarge stürzte er sich in ein etwas verrücktes Abenteuer.

Verkehr

Paris: das Tauziehen um die Umwandlung des Seine-Ufers in eine Fußgängerzone geht weiter

> Ausgabe Nr. 61

Seit Langem ist die Umgestaltung des Seine-Ufers in eine Flaniermeile für Fußgänger eines der wichtigsten Projekte der Pariser Linken. Der ehemalige Bürgermeister, Bertrand Delanoë (Sozialistische Partei), hatte bereits 2013 die Umwandlung des linken Seine-Ufers in eine Fußgängerzone durchgesetzt. Seine Nachfolgerin, Anne Hidalgo, setzt seit ihrer Wahl im Jahr 2014 alles daran, die begonnene Arbeit fortzusetzen und Autos auch vom rechten Flussufer zu verbannen. Angesichts der jüngsten Entscheidung der Pariser Bürgermeisterin, an diesem Vorhaben festzuhalten, obwohl die eigens zu diesem Zweck eingesetzte Untersuchungskommission kürzlich eine ablehnende Stellungnahme in dieser Angelegenheit abgegeben hat, will die Opposition im Stadtrat (vor allem die rechte Partei Les Républicains), die dem Projekt nach wie vor ablehnend gegenübersteht, nun dagegen vor Gericht ziehen. Für die Pariser Bevölkerung geht das Tauziehen also weiter.

Geschichte:

Die Johnnies, die Lieblingsfranzosen der Engländer

> Ausgabe Nr. 60

Seit 188 Jahren überqueren Bretonen aus Roscoff und umliegenden Gemeinden im Finistère Jahr für Jahr den Ärmelkanal, um in England ihre berühmten rosa Zwiebeln zu verkaufen, eine Sorte, die als der « Rolls-Royce » unter den Zwiebeln angesehen wird. Von diesem erstaunlichen Handel abgesehen erzählt ihre Geschichte auch vom Kampf mutiger Frauen und Männer, für die der Ärmelkanal niemals ein Hindernis war und die damit auf ihre Art Vorreiter in Sachen Freizügigkeit waren. Für sie war es die natürlichste Sache der Welt, Geschäfte mit Großbritannien zu betreiben. Dadurch haben sie nicht nur ihren Lebensunterhalt verdient, sondern auch eine dauerhafte Freundschaft zu diesem Land und seinen Bewohnern aufgebaut.

 

Frauen und Männer, die sich für die deutsch-französische Freundschaft einsetzen: Barbara Barberon-Zimmermann, Mitbegründerin des deutsch-französischen Kulturfestivals arabesques

> Ausgabe Nr. 60

Seit fünf Jahren wird jeweils am 22. Januar, dem Tag der deutsch-französischen Freundschaft, in Hamburg und der Metropolregion das deutsch-französische Kulturfestival arabesques eröffnet. Dies ist der Beginn einer Reihe kultureller Veranstaltungen (Konzerte, Filmvorführungen, Theatervorstellungen, Tanzspektakel, Debatten, Lesungen, Ausstellungen ...), die insgesamt bis zu 30.000 Menschen anziehen. Das Ziel dieser deutsch-französischen Kooperation ist, sowohl in deutscher als auch in französischer Sprache dafür zu sensibilisieren, wie die beiden Kulturen – aber auch andere – sich gegenseitig beeinflussen und bereichern. Barbara Barberon-Zimmermann ist Mitbegründerin dieses Festivals und stellt es Jahr für Jahr erneut mit viel Energie und Arbeitseinsatz auf die Beine. Ihre echte Leidenschaft für Frankreich und die deutsch-französische Freundschaft gibt ihr die Kraft, diese zeitaufwändige Aufgabe couragiert zu bewältigen. Wir haben uns mit ihr unterhalten. 

Brexit: Wie denken Briten, die in Frankreich leben, darüber?

> Ausgabe Nr. 60

Am 23. Juni 2016 haben die Briten mit 51,9 % der Stimmen für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Die rund 200.000 Engländer, darunter viele Rentner, von denen viele seit Langem in Frankreich leben, haben die Abstimmung und das Resultat mit ganz besonderem Interesse verfolgt. Viele sind nun zutiefst verunsichert, welche Konsequenzen dieses Votum für sie haben wird. Wir haben einige von ihnen getroffen. 

Fußball:

Euro 2016: 10 Stadien warten auf die Fussballfans

> Ausgabe Nr. 59

Egal ob man Fußballfan ist oder nicht, dem Ereignis des Jahres wird sich in diesem Sommer in Frankreich kaum jemand entziehen können: Vom 10. Juni bis 10. Juli 2016 ist das Hexagon Gastgeberland der Euro 2016, der 15. Ausgabe der Fußball-Europameisterschaft der Männer.

Im ganzen Land warten nun zehn Stadien auf die rund 2,5 Millionen fußballbegeisterten Zuschauer. Vier Stadien wurden eigens für diesen Anlass gebaut, fünf weitere von Grund auf renoviert. Lediglich in einer Sportarena waren keine Arbeiten notwendig.

Gesellschaft 

Integration: die Schwächen des französischen Systems

> Ausgabe Nr. 58

Eine aktuelle Studie zeigt, dass Einwanderer relativ gut in das soziale Leben in Frankreich integriert sind, dass jedoch die sozioökonomische Eingliederung schwierig und Arbeitslosigkeit und Diskriminierung an der Tagesordnung sind.

Erfolgsgeschichten aus Frankreich

Denis Mollat, der Buchhändler 2.0

> Ausgabe Nr. 58

Denis Mollat ist ein glücklicher Chef. Der dynamische und gut gekleidete Sechziger vertritt die vierte Generation einer Buchhändlerfamilie und führt seit 1990 eine erfolgreiche Buchhandlung in Bordeaux,
die mehr ist als « nur » eine Buchhandlung, die seinen Namen trägt. Diese größte unabhängige Buchhandlung Frankreichs ist sozusagen eine Institution und feiert in diesem Jahr ihren 120. Geburtstag.

In seinem Büro in Bordeaux hatten wir die Gelegenheit, uns mit einem Menschen zu unterhalten, der dynamischer ist denn je und optimistisch in die Zukunft blickt.

Ein Gespräch über die Gründe für diese im Hexagon einzigartige Entwicklung in einer Branche, die sonst sehr stark unter der Krise leidet. 

Geschichte

300. Todestag von Ludwig XIV. in Versailles

Begräbnisrituale leben länger als Könige

> Ausgabe Nr. 57

Ludwig XIV. starb am 1. September 1715 im Alter von 77 Jahren in seinem Schlafgemach im Schloss Versailles. Damit ging die mit 72 Jahren längste – und vermutlich die glorreichste – Regentschaft der französischen Monarchie zu Ende. Mit ihm starb ein Mann, der in seinem Königreich als Garant für Ordnung und Stabilität gegolten und das letzte Bollwerk gegen das neue Gedankengut verkörpert hatte, das seit 1680 am Keimen war und als Zeitalter der Aufklärung in die Geschichte einging. 300 Jahre nach dem Tod des Sonnenkönigs widmet das Schloss Versailles erstmals einer königlichen Beisetzung eine Ausstellung. Wer nun vermutet, dies sei ein langweiliges Thema, täuscht sich. Die Ausstellung bietet nämlich die Möglichkeit, hinter die Kulissen eines erstaunlichen monarchistischen Rituals zu blicken, das die Gepflogenheiten unserer heutigen Gesellschaft in Europa entscheidend geprägt hat.

Gesellschaft

Hinter den Kulissen des CROSS Corsen.

Die unbezahlbaren Wächter einer der gefährlichsten Küsten Frankreichs

> Ausgabe Nr. 57

In Frankreich gewährleisten sechs Centres Régionaux Opérationnels de Surveillance et

de Sauvetage (CROSS) täglich rund um die Uhr die Sicherheit auf dem Meer, egal ob es sich dabei um die Sicherheit von Berufsseeleuten oder von Privatpersonen handelt. In diesen regionalen Zentren, die dem für das Seewesen zuständigen Minister unterstehen, arbeiten sowohl Zivilpersonen als auch Angehörige des Militärs. Das CROSS Corsen ist das regionale Rettungs- und Überwachungszentrum der Bretagne. Es liegt auf der Pointe de Corsen in der Gemeinde Plouarzel und überwacht eine der gefährlichsten Küsten Frankreichs an der Schnittstelle von Atlantik und Ärmelkanal. Dies ist eine Gegend mit starken Strömungen, wo auch der berühmte Rail d’Ouessant liegt, eine richtiggehende Meeresautobahn, die von rund 20 % des weltweiten Seeverkehrs passiert wird. Ausnahmsweise dürfen wir einen Blick hinter die Kulissen des Zentrums werfen.

Infrastruktur

50 Jahre Montblanc-Tunnel

> Ausgabe Nr. 56

Vor 50 Jahren, am 16. Juli 1965, weihten die Staatspräsidenten Frankreichs und Italiens, Charles de Gaulle und Giuseppe Saragat, den Montblanc-Tunnel ein. Damit entstand die – abgesehen von den Straßen entlang der Côte d’Azur – damals einzige Straßenverbindung zwischen den beiden Ländern, die auch im Winter befahrbar war. Das französische Savoyen und das italienische Aosta-Tal waren nur noch gut zehn Minuten mit dem Auto voneinander entfernt. Ein Meilenstein im Ausbau der transalpinen Infrastruktur. 1999 sorgte der Montblanc-Tunnel jedoch für traurige Schlagzeilen. Bei einem Brand verloren 39 Menschen ihr Leben. Eine Tragödie, mit der niemand gerechnet hatte. Es folgte eine dreijährige Schließung des Tunnels, die für aufwendige Umbauarbeiten genutzt wurde. Heute gilt der Montblanc-Tunnel sicherheitstechnisch als beispielhaft. Ein Rückblick zum Jubiläum.

Geschichte

Ein Floß aus Burgund, wie Paris über Jahrhunderte mit Holz versorgt wurde

> Ausgabe Nr. 56

Die Geschichte ist nicht sehr bekannt, doch ohne sie wäre Paris heute vermutlich nicht die Stadt, die sie ist: Drei Jahrhunderte lang, von 1547 bis 1877, versorgte sich die französische Hauptstadt mit Holz aus dem Morvan, ein Höhenzug in Burgund, 250 Kilometer südöstlich der Seine-Metropole. Ungewöhnlich war dabei vor allem, wie das Holz nach Paris transportiert wurde. Mangels der technischen Möglichkeiten der heutigen Zeit formte man aus dem Holz Flöße, die über Flüsse bis in die Hauptstadt trieben. Viele Familien im Morvan lebten von diesem Handel. Doch am Ende des 19. Jahrhunderts war Schluss und diese alte Tradition geriet in Vergessenheit. Bis diesen Sommer einige geschichtsbewusste Burgunder die Vergangenheit wiederaufleben ließen und einmalig einen Holztransport wie vor 150 Jahren organisierten.

Innenstädte

Das Comeback der Innenstädte

> Ausgabe Nr. 55

Ein attraktives Stadtzentrum stellen sich die meisten Franzosen – wie die meisten anderen Europäer auch – als einen Ort vor, an dem man öffentliche Einrichtungen wie Kirchen und Rathäuser, aber auch zahlreiche Geschäfte und Märkte findet. Diese Wunschvorstellung entsprach in den letzten Jahrzehnten aber in immer weniger Orten der Realität. Durch eine Amerikanisierung der Gewohnheiten und eine auf das Auto ausgerichtete Gesellschaft entstanden immer mehr Einkaufszentren auf der grünen Wiese, die den etablierten Geschäften in der Innenstadt die Lebensgrundlage entzogen. Ganze Stadtzentren verödeten. Seit einiger Zeit lässt sich allerdings eine Trendwende beobachten. Die Innenstädte kommen wieder in Mode.

Erinnerungskultur

Passen Gedenken und Tourismus zusammen?

> Ausgabe Nr. 52

Es ist die große Überraschung der französischen Tourismusindustrie 2014: In dem Jahr, in dem sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal und die Landung der Alliierten in der Normandie zum 70. Mal jährt, boomt der Gedenktourismus wie nie zuvor. Die touristische Entwicklung ganzer Regionen wird dadurch beflügelt. Während die Schauplätze des Horrors aus vergangener Zeit bisher als touristisch nicht zu vermarkten galten, ziehen genau diese Orte immer mehr Besucher an. Millionen von Touristen werden dieses Jahr die Gedenkstätten der beiden großen Kriege des 20. Jahrhunderts in Frankreich besuchen und damit einen Umsatz von 90 Millionen Euro generieren. Ein neuer Erinnerungstourismus ist entstanden.

Vergangenheitsbewältigung

Die geklauten Kinder von La Réunion

> Ausgabe Nr. 51

Das Schicksal von angeblichen Waisenkindern aus dem Überseedepartement La Réunion, die ins französische Mutterland gebracht wurden, um die demografischen Probleme in ländlichen, sich zunehmend entvölkernden Regionen zu lösen, ist eines der dunkelsten Kapitel der französischen Nachkriegsgeschichte. Zwischen 1963 und 1982 wurden um die 1.630 Kinder auf diese Weise aus ihren Familien gerissen. Eines der Hauptzielgebiete war das Departement Creuse. Für die meisten Betroffenen war die Reise ins französische Mutterland eine Reise ohne Rückfahrschein und der Anfang einer langen Leidensgeschichte. Erst ein halbes Jahrhundert später beginnt der französische Staat mit der Aufarbeitung dieses Unrechts. Die Nationalversammlung verabschiedete kürzlich eine Gedenkresolution, die einen ersten Schritt auf die Opfer zugeht und nun hoffentlich eine weitergehende Auseinandersetzung mit diesem schmerzlichen Thema initiiert.

Fußball

Annike Krahn, eine deutsche Fußballerin in Paris

> Ausgabe Nr. 50 

Annike Krahn ist eine der bekanntesten deutschen Fußballerinnen. Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde die 28-Jährige 2009 und 2013 Europameisterin, 2007 sogar Weltmeisterin. Die gebürtige Bochumerin spielt seit ihrem vierten Lebensjahr Fußball. Ein Nachbarsjunge legte ihr damals den Ball vor die Füße. Von 2004 bis 2012 spielte sie acht Jahre für den deutschen Erstligisten FCR Duisburg. In dieser Zeit studierte sie Sportwissenschaften und legte 2010 ihr Diplom ab. Im Sommer 2012 wechselte die Innenverteidigerin in die französische Division 1 zu Paris Saint-Germain (PSG). Mit Frankreich erleben sprach sie über ihr Leben als Fußballprofi an der Seine.

Wandern

Die Franzosen entdecken das Wandern

> Ausgabe Nr. 49 

Noch nie war das Wandern in Frankreich so beliebt wie heute. In den letzten Jahren ist es zu einem Phänomen geworden, das alle Gesellschaftsschichten erfasst. Naturliebhaber, Sonntagswanderer und neue Wanderprofis entdecken ihr Land als Eldorado für eine Fortbewegung zu Fuß. Außerdem erweist sich der Trend für viele Wirtschaftsbereiche und den Tourismus als äußerst attraktiv.

Deutsch-Französische Freundschaft

Ein Grenzfall: Zwei zwangsverbrüderte Orte stellen sich vor

> Ausgabe Nr. 49 

Durch die Unterzeichnung des Elysée-Vertrages wurde die gute Beziehung zwischen den ehemaligen Erbfeinden Deutschland und Frankreich gesetzmäßig vorgeschrieben. Wie gehen die Menschen mit dieser vertraglich verordneten Freundschaft im täglichen Leben um? Wir gehen aus Anlass des deutsch-französischen Tages am 22. Januar, der an diesen Freundschaftsvertrag erinnert, der Frage nach und besuchen Grosbliederstroff, einen Ort in Lothringen, und das benachbarte Kleinblittersdorf auf deutscher Seite. Beide Gemeinden sind nur durch einen Fluss voneinander getrennt und über eine Fußgängerbrücke (Freundschaftsbrücke bzw. Pont d´Amitié) miteinander verbunden. Beide Orte haben außerdem eine gegenseitige Städtepartnerschaft geschlossen. Im Interview beantworten Monsieur Niederländer, Bürgermeister von Grosbliederstroff, sowie Herr Strichertz, Bürgermeister der Gemeinde Kleinblittersdorf, Fragen über das alltägliche Zusammenleben.

Fußball-EM 2016

Frankreich im Stadienbaurausch

> Ausgabe Nr. 48 

Mit Blick auf die Fußball-EM 2016 sprießen in Frankreich zurzeit überall neue Stadien in die Höhe. Noch nie entstanden so viele neue Fußballtempel auf einmal. Die Städte scheinen sich dabei hinsichtlich der Schönheit und Größe der Stadien gegenseitig übertrumpfen zu wollen. Was die Sportler und Baukonzerne freut, bereitet den Steuerzahlern zunehmend Kopfschmerzen. Ist ein solcher Bauboom wirklich gerechtfertigt und bezahlbar oder handelt es sich um einen unvernünftigen Gigantismus, der den Staat später noch teuer zu stehen kommt?

Franzosen und Gesellschaftsspiele

Ein Markt mit Steigerungspotential

> Ausgabe Nr. 45 

Während die Franzosen das Glücksspiel mögen - die französische Lottogesellschaft « La Française des Jeux » gilt als die zweitwichtigste in Europa und als die drittwichtigste rund um den Globus -, genießen Gesellschaftsspiele bisher nicht den gleichen Zuspruch im Volk. Fehlt den Franzosen das Gesellschaftsspiel-Gen? Vielleicht, aber Achtung: In vielen Bereichen ändern sich die Zeiten, so auch bei den Gesellschaftsspielen. Junge Spieleentwickler leisten ihren Beitrag dazu.

Verkehr

Neuer Trend: Der Bahnhof wird zum Flughafen

> Ausgabe Nr. 44 

An einem Schalter empfangen zu werden, dort für einen Flug einzuchecken und seine Bordkarte zu erhalten, sind bekannte Rituale an einem Flughafen. Doch das gleiche Szenario spielt sich zunehmend auch an französischen Bahnhöfen ab. Der jahrzehntelange Konkurrenzkampf zwischen Flugzeug und Hochgeschwindigkeitszug weicht zunehmend einer neuen Partnerschaft. Air France und die französische Staatsbahn SNCF haben entdeckt, dass sie gemeinsam stärker sein können als alleine. Eine Zusammenarbeit, die in den kommenden Jahren die Reisegewohnheiten nachhaltig verändern könnte.

Gewalt auf Korsika

Die Revolution der Frauen geht weiter

> Ausgabe Nr. 44 

Allein 2012 werden auf Korsika 22 Morde gezählt, womit sich auf der Insel erneut eine Spirale der Gewalt dreht, die man als überwunden angesehen hatte und von der heute niemand so richtig weiß, wie sie zu stoppen ist. Vergeltungsakte, mafiöse Strukturen, Geldwäsche, schwarze Kassen, das Gesetz des Schweigens - Schlagwörter, die Korsikas Übel beschreiben und nicht zu einer rechtstaatlichen Republik gehören, als die sich Frankreich definiert. 15 Jahre nach dem ersten Aufbegehren einiger mutiger Frauen gegen diese Geißeln der Insel der Schönheit versuchen diese erneut, mit ihrem Aufschrei die Verhältnisse zu verändern. Die Revolte der Frauen ist zurück.

EU-Hauptstadtjahre: 2013

Nantes und Marseille werden europäische Hauptstädte

> Ausgabe Nr. 43 

Für die beiden französischen Städte Nantes und Marseille ist der 1. Januar 2013 kein Jahresanfang wie jeder andere. Beide Städte werden sich von dem Tag an ein Jahr lang mit einem europäischen Hauptstadttitel schmücken dürfen: Marseille als « Europäische Kulturhauptstadt 2013 » und Nantes als « Grüne Hauptstadt Europas 2013 ». Doch was bedeuten diese beiden Bezeichnungen wirklich und wie gut sind die beiden Städte darauf vorbereitet? Eine Bestandsaufnahme.

Winterschlussverkauf

Der andere Wintersport

> Ausgabe Nr. 43 

Anfang Januar beginnt in Frankreich die große Jagd nach Schnäppchen. Rabatte von 20, 30, 40, manchmal sogar 80 Prozent locken im Winterschlussverkauf die Franzosen massenweise in die Läden. Manche planen schon lange im Voraus ihren Urlaub entsprechend, um gleich am Anfang der Rabattschlacht, wenn die Regale der Geschäfte noch voll sind, genügend Zeit zum Shoppen zu haben. Der Winterschlussverkauf ist wie der Sommerschlussverkauf eine Institution in Frankreich, auch wenn sich die Gewohnheiten und Beweggründe der Kunden teilweise verändern.

Michel Chevalet

Der Mann, der den Franzosen die Wissenschaft erklärt

> Ausgabe Nr. 42 

Es ist unmöglich, mit Michel Chevalet durch Frankreichs Straßen zu spazieren, ohne dass sich jeder nach ihm umdreht. 40 Jahre lange leitete der bei Jung und Alt beliebte heute 73-Jährige die Wissenschaftsredaktion beim größten französischen Fernsehsender TF1. Er erklärte den Fernsehzuschauern über viele Jahre auf verständliche Weise hochkomplexe wissenschaftliche Vorgänge wie die nukleare Kernfusion, den Start einer Rakete oder die Kunst der Wettervorhersage. Seine einleitenden Worte « Comment ça marche ? » (dt. « Wie funktioniert das? ») sind legendär. Bis heute begeistert sich der « französische Ranga Yogeshwar » für die Wissenschaft und moderiert eine Sendung auf dem französischen Spartenkanal i>TELE. Wir haben ihn getroffen, als er live von der Cité de l'Espace in Toulouse die Marslandung des Roboterfahrzeugs « Curiosity » für den Sender kommentierte. Eine Gelegenheit, mit ihm über das Verhältnis der Franzosen zu Technik und Wissenschaft zu sprechen.

Kriminalität

Angst über der Stadt

> Ausgabe Nr. 42 

Marseille galt noch nie als eine der sichersten Städte Frankreichs. Doch die Entwicklung der letzten Monate erschreckt sogar die an Kriminalität gewohnten Einwohner der Hafenstadt. Soll Marseille nicht endgültig Bandenkriegen und dem Drogenhandel ausgeliefert sein, müssen endlich echte Veränderungen her.

Bürgerbewegung

Libérez les menhires

> Ausgabe Nr. 42 

An der bretonischen Südküste bilden fast 4.000 Menhire bei Carnac eine der bedeutendsten megalithischen Stätten der Welt. Eine Sehenswürdigkeit, die Besucher von überall her anzieht, was eine Herausforderung für das kleine Dorf und seine Bewohner ist, gerade in den stark besuchten Sommermonaten. Was die meisten Besucher aber nicht ahnen: Um die Menhire herrscht seit mehr als 20 Jahren ein erbitterter Streit zwischen dem Staat als Eigentümer und den Einheimischen, die seit jeher mit den Hinkelsteinen leben und dem Staat vorwerfen, dem Ort seine ursprüngliche Aura genommen zu haben.

Jean Viard

Der Mann, der Frankreich beobachtet

> Ausgabe Nr. 41 

Jean Viard ist ein diskreter Mensch. Man kann sich geradezu bildlich vorstellen, wie er von oben auf Frankreich schaut und sich im Stillen Notizen über das Verhalten der Menschen macht. Im Laufe der Zeit ist der Soziologe und Forscher zu einem der besten Beobachter der französischen Gesellschaft geworden. Keine Gewohnheiten und Moden seiner Landsleute scheinen ihm zu entgehen. Politiker und Wirtschaftsbosse hören vor wichtigen Entscheidungen auf seinen Rat. In einem Exklusivinterview für Frankreich erleben zeichnet er ein differenziertes Porträt seiner Heimat und geht auf die Bedeutung des Tourismus in der Entwicklung einer Gesellschaft ein.

Simone Hérault

Die Stimme Frankreichs

> Ausgabe Nr. 40 

Simone Hérault gehört zum Alltag vieler Franzosen, auch wenn diese das gar nicht wissen: Seit Anfang der 1990er-Jahre erklingt ihre Stimme praktisch in jedem Bahnhof des Landes, denn die nationale Eisenbahngesellschaft SNCF hat ein Ansagesystem für Züge und Bahnhöfe entwickelt, das auf einer einzigen, harmonisch klingenden, weiblichen Stimme basiert. Das gibt es in dieser Form selten auf der Welt. Wir haben die dynamisch wirkende Simone Hérault getroffen, die voller Humor und Bescheidenheit einen der originellsten Jobs Frankreichs ausübt.

Berühmtheiten

Die 100 bekanntesten Franzosen

> Ausgabe Nr. 39 

Jeanne d'Arc, Honoré de Balzac, Jacques Chirac, François Mitterrand, Ludwig XIV., Emile Zola, Napoleon Bonaparte, Nicolas Sarkozy, Antoine de Saint-Exupéry - Namen, die international bekannt sind und Frankreich in der Welt symbolisieren. Aber wer sind die bekanntesten der bekannten Franzosen? Warum sind sie so berühmt geworden? Das gerade erschienene Buch « Le palmarès des 100 Français les plus connus dans le monde » (dt. Hitliste der 100 bekanntesten Franzosen in der Welt) gibt darüber Auskunft. Ein guter Anlass, sich mit der Frage zu beschäftigen, welche Berühmtheiten Frankreichs Bild im Ausland geprägt haben bzw. immer noch prägen.

Frankreichbild

Frankreichs Image in der Welt

> Ausgabe Nr. 39 

Welches Bild haben die Menschen heute in der Welt von Frankreich? Fundierte internationale Studien zu dieser Frage sind selten. Eine interessante Untersuchung mit zum Teil erstaunlichen Ergebnissen wurde jedoch kürzlich vom französischen Meinungsinstitut TNS Sofres im Auftrag von Radio France Internationale (RFI), dem französischen internationalen Nachrichtensender France 24 und dem arabischsprachigen französischen Auslandsradio Monte Carlo Doualiya (MCD) durchgeführt. Ein Ausschnitt der Fragen und Antworten.

Académie Française

Die Unsterblichen, die 40 Wächter der französischen Sprache

> Ausgabe Nr. 39 

Die Unsterblichen, so heißen die Mitglieder der prestigevollen Académie Française in Paris, die in einem herrschaftlichen Gebäude am linken Ufer der Seine untergebracht ist. Mitglied wird, wer von den anderen Mitgliedern dazu gewählt wurde. Einige der Unsterblichen sind Dichter, Schriftsteller, Kunstkritiker oder Philosophen, andere haben in ihrem Leben für die Kirche, das Militär oder den Staat gearbeitet. Seit der Gründung der Akademie im Jahre 1635 gab es mehr als 700 Unsterbliche. Sie alle sind einer besonderen Aufgabe nachgegangen: den richtigen Gebrauch der französischen Sprache zu überwachen und das renommierteste Wörterbuch des Landes herauszugeben.

Der Präfekt

Lebendes Symbol des Zentralismus

> Ausgabe Nr. 38 

Kein Amt in Frankreich wird stärker mit dem zentralistischen System des Landes in Verbindung gebracht wie das des Präfekten. Einst geschaffen von Napoleon, ist der Präfekt der Vertreter des Staates in den Departements und Regionen. Wichtige lokale Entscheidungen hängen von ihm ab. Er wird nicht vom Volk gewählt, sondern vom Staatspräsidenten und der Regierung ernannt. Treue zu den Mächtigen in Paris ist sein oberstes Gebot. Bei Missfallen kann ein Präfekt von heute auf morgen seiner Ämter enthoben werden. Porträt des Amtes eines hohen Verwaltungsbeamten.

Lido

Carien, Startänzerin im Lido

> Ausgabe Nr. 37 

Carien Keizer ist Holländerin. Seit 2010 lebt sie in Paris und übt einen Beruf aus, der nicht nur ungewöhnlich ist, sondern auch das Frankreichbild in der ganzen Welt prägt. Jeden Abend steigt die große blonde Frau mit der Figur eines Mannequins vor fast 2.000 Zuschauern auf die Bühne und führt die Tänzerinnen im berühmten Lido an den Champs-Elysées an. Das Porträt einer Frau, die sich in die französische Hauptstadt verliebt hat und zur Botschafterin eines fremden Landes geworden ist.

Tourismus

Trends für den Winterurlaub 2011/12

> Ausgabe Nr. 36 

Mit dem Beginn der kalten Jahreszeit wächst bei vielen die Lust auf einen Winterurlaub in den Bergen. Mit den Vogesen, dem Zentralmassiv, den Alpen und den Pyrenäen besitzt Frankreich gleich vier große Gebirge mit vielfältigen Wintersportmöglichkeiten. Von der internationalen Skistation bis zum kleinen authentischen Bergdorf reicht das Angebot. Doch die nationale und internationale Konkurrenz ist groß, so dass viele Orte versuchen, mit originellen Einfällen aufzufallen. Ein Überblick der wichtigsten Trends und ungewöhnlichsten Ideen der Winterurlaubssaison 2011/12.

Gardienne

Félisa, Gardienne in Paris

> Ausgabe Nr. 36 

Félisa ist Spanierin, geboren 1950 in Galizien. Mit 16 Jahren kam sie nach Frankreich. Seit fast 20 Jahren ist sie nun schon Gardienne in einem Wohnhaus mit rund 30 Apartments im 15. Arrondissement von Paris. Wie viele ihrer Kolleginnen und Kollegen wohnt sie in einer winzigen Hausmeisterwohnung, die gleichzeitig als Pförtnerloge dient. Sie teilt sich 25 Quadratmeter mit ihrem 18-jährigen Sohn Alfredo und ihrem Mann Paco. Einen Feierabend kennt Félisa nicht wirklich, fast rund um die Uhr ist sie für die Bewohner des Hauses ansprechbar. Als Gegenleistung erhält sie gerade einmal 1.000 Euro im Monat. Doch Félisa ist glücklich mit ihrem Job. Sie weiß, dass ihre Arbeit geschätzt wird und dem Haus eine Seele gibt. Paris wäre nicht die gleiche Stadt, würde es Menschen wie sie nicht geben.

Spendenbereitschaft

Wie großzügig sind die Franzosen?

> Ausgabe Nr. 35 

Man geht davon aus, dass die Franzosen 2009 (der Betrag für 2010 ist noch nicht bekannt) über 3,3 Milliarden Euro gespendet haben. Die Finanzverwaltung kommuniziert für 2008, dass 6,068 Millionen Haushalte Spenden in ihrer Steuererklärung geltend gemacht haben. Frankreich zählt zudem rund 1,1 Millionen Vereine, in denen mehr als 15 Millionen Ehrenamtliche engagiert und 1,9 Millionen Mitarbeiter angestellt sind. Zahlen, die das Bild einer großzügigen und warmherzigen Nation zeigen. Inwieweit aber stimmt der Eindruck mit der Wirklichkeit überein? Wie positionieren sich die Franzosen im internationalen Vergleich?

Ladenöffnungszeiten

Wird der Sonntag zum Werktag

> Ausgabe Nr. 34 

Wie in vielen europäischen Ländern stellt sich auch in Frankreich die Frage, inwieweit Arbeiten am Sonntag erlaubt werden soll, damit etwa Läden an diesem Tag öffnen dürfen. Doch obwohl die Gesetzeslage dazu eigentlich eindeutig ist, gibt die Realität im Land ein wenig zufriedenstellendes Bild ab. Einblicke in ein komplexes Thema, das auch durch ideologische Diskussionen geprägt wird.

Ehrenlegion

Geht es noch um Verdienste?

> Ausgabe Nr. 33 

1802 von Napoleon Bonaparte ins Leben gerufen, ist die Ehrenlegion die ranghöchste nationale Auszeichnung, die es in Frankreich gibt. Mit ihr sollen besondere Verdienste ziviler oder militärischer Art zum Wohle der Nation gewürdigt werden. So legt es zumindest das zugrundeliegende Regelwerk fest. Ausgezeichnet werden kann man nur vom Staatspräsidenten, was der Ehrenlegion einen politischen, für einige zu politischen Beigeschmack verleiht. Viele Träger des französischen Verdienstkreuzes zeigen stolz ihre Auszeichnung zu jeder Gelegenheit, die sich bietet. Andere haben die Annahme von Anfang an verweigert. Porträt einer 209 Jahre alten Tradition, die bis heute regelmäßig für leidenschaftliche Diskussionen im Land sorgt.

Frauen

Madame Glückspilz? Die Situation der französischen Frauen

> Ausgabe Nr. 32 

Wenn man einige Klischees über die französische Frau in der Welt hört, könnte man sich fragen, warum ihr Dasein von der UNESCO noch nicht zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Die immer elegante, gutaussehende, von Zwängen befreite Französin, die ihr Mutterglück genießen und trotzdem Karriere machen kann. Aber ist die Realität wirklich so rosig? Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass es im vermeintlichen Paradies auch Schatten gibt.

Mona Ozouf

Bretonin, Französin und Europäerin

> Ausgabe Nr. 31 

Mona Ozouf ist Philosophin, Forscherin, Expertin der Französischen Revolution und Schriftstellerin. Geboren wurde sie 1931 in der Bretagne als Tochter zweier Grundschullehrer, die sich sehr für die bretonische Kultur und Identität einsetzten. In ihrem neuesten Buch « Composition française, Retour sur une enfance bretonne » erzählt sie auf bewegende Weise, wie schwer es manchmal ist, die Liebe zur eigenen Heimat und das Vertrauen in die Französische Republik, die regionale Unterschiede zu negieren versucht, unter einen Hut zu bringen.

Elite-Hochschulen

Es lebe die Elite!: Frankreichs Grandes Ecoles

> Ausgabe Nr. 29 

In Frankreich wird zurzeit viel über Bildung und die Rolle der Elitehochschulen des Landes, der Grandes Ecoles, diskutiert. Wie funktioniert das französische System zur Elitebildung? Was steckt genau hinter den Grandes Ecoles? Was ist Mythos, was ist Realität? Eine Suche nach Antworten.

Fußball

Ist der Ball denn auch in Frankreich rund?

> Ausgabe Nr. 28 

Dass die Franzosen Fußball lieben, ist keine Neuigkeit. Der Weltmeister von 1998 und Europameister von 2000 ist für seine hervorragenden Spieler in der Fußballwelt berühmt. Wir fragten anlässlich der Weltmeisterschaft in Südafrika nach, was es am französischen Fußball Besonderes gibt. Ein paar interessante Details zum Lederrund à la française.

Frankophonie

Eine Situationsanalyse

> Ausgabe Nr. 28 

Aus französischer Sicht ist die frankophone Welt ein ganz besonderer Schatz, der die Strahlkraft und Kultur des Landes in die Welt trägt. Andere sehen in einem Verbund französischsprachiger Staaten jedoch eher ein Konzept, das zu sehr auf den Überbleibseln des Kolonialismus beruht und eine zu große Überheblichkeit nach außen pflegt. Ganz zu schweigen von der Kritik an der Effizienz der dahinter stehenden Institutionen und der Frage, was frankophon eigentlich genau bedeutet. Eine Situationsanalyse.

Quads

Krieg auf vier Rädern: Die Debatte um das Quad

> Ausgabe Nr. 27 

Vor einigen Jahren tauchten in Frankreich die ersten Quads auf, jene großen Motorräder mit vier Rädern, die vornehmlich von Landwirten, Winzern oder Jägern genutzt werden, um sich auf schwierigem Terrain leichter fortzubewegen. Heute findet man die Quads überall im Land, sogar in den Großstädten. Eine Errungenschaft oder eine Plage? - Die Diskussion ist in vollem Gange. Auf dem Land, da wo das Quad herkommt, sorgt es für den meisten Ärger. Vor allem im Tourismus scheiden sich die Geister in ein erbittertes Pro und Contra.

Winterspiele 2018

Annecy träumt von Olympia

> Ausgabe Nr. 26 

Die französische Alpenstadt Annecy bewirbt sich um die Olympischen Winterspiele im Jahre 2018. Mit diesem Vorhaben will Frankreich wieder an die Spitze der olympischen Bewegung anschließen.

Humor

Die Komiker mit dem großen G: Humor à la française

> Ausgabe Nr. 26

Guillon, Gaillard, Groland oder die Guignols, alle vier Namen stehen für Humor, wie ihn die Franzosen mögen. Wer diese Vertreter des politisch Unkorrekten noch nicht kennt, sollte dies schleunigst ändern. Denn diese vier Sendungen bzw. Komiker haben jenseits des Rheins längst Kultstatus und feierten zum Teil bereits runde Jubiläen.

Regionalsprachen

Babylonisch à la française

> Ausgabe Nr. 24 

Wie schön das Französische doch ist! Die Sprache der Franzosen, sie gilt gemeinhin als zart und melodisch. Nicht umsonst sagt man, sie sei die Sprache der Liebe. Doch reden wir von der gleichen Sache, wenn wir über die Landessprache sprechen? Immerhin werden in Frankreich neben dem Französischen offiziell 13 weitere Sprachen gezählt! Wohlgemerkt, es sind Sprachen gemeint, nicht etwa Dialekte. In manchen Ecken Frankreichs braucht man einen Übersetzer, der alles andere können muss, nur kein Französisch. Betrachten wir dieses Phänomen etwas genauer.

Versailles

Traditionelle Berufe hinter historischen Mauern

> Ausgabe Nr. 23 

Das Schloss von Versailles ist nicht nur Weltkulturerbe der UNESCO und eine der Hauptsehenswürdigkeiten des Landes, es ist auch ein wichtiger Arbeitgeber: Mehr als 1.000 Mitarbeiter verdienen hier ihr täglich Brot. Sie kümmern sich um 60.000 Kunstwerke, darunter 7.000 Gemälde, 2.100 Skulpturen sowie 6.000 antiquarische Bücher, 32 Hektar Wiesen sowie mehr als 350.000 Bäume und 35 Kilometer Rohre für den Betrieb der Fontänen. Einige dieser Metiers können dabei als durchaus kurios gelten. Ein Blick hinter die Kulissen gewöhnlicher und weniger gewöhnlicher Berufe an einem historischen Ort.

Immigration & soziale Brennpunkte

Stiche ins Wespennest: Wie zwei Kinofilme die französische Gesellschaft aufrütteln

> Ausgabe Nr. 22 

Manchmal bedarf es der Fiktion, um die Realität zu verändern. Zwei Filme sorgen in Frankreich für Aufsehen und entzündeten in Medien und Politik eine intensive Debatte über zwei gern verdrängte Probleme: der Umgang Frankreichs mit seinen (illegalen) Einwanderern und die Schwierigkeiten des französischen Schulsystems, vor allem in den sozialen Brennpunkten. Wird sonst so gerne behauptet, das Kino verliere an Einfluss, zeigt sich an diesen beiden Filmen, wie lebendig das französische Kino auf die Probleme des Landes reagiert - und versucht, zu ihrer Lösung beizutragen.

Sprache

Rechtschreibreform à la française

> Ausgabe Nr. 22 

Die deutschsprachigen Länderhaben es ja bereits hinter sich, nun sind die Franzosen an der Reihe: EineRechtschreibreform soll her, denn die französische Orthographie gilt als eineder schwierigsten der Welt. Mit ihr haben die Franzosen schon in der Schule diegrößten Mühen, und viele kommen auch im späteren Alltagsleben mit denunzähligen Ausnahmen nicht zurecht. Wird aber vorgeschlagen, dieRechtschreibregeln zu vereinfachen, gibt es reflexartige Abwehr. Die ewige Lustam Leiden also - oder gibt es einen Hoffnungsschimmer?

Großmarkt

Der Bauch von Paris: Ein Besuch beim Großmarkt der Hauptstadt

> Ausgabe Nr. 21 

Die französische Hauptstadt ist ein unersättlicher Schlund, der jeden Tag mit Tonnen von Lebensmitteln gestopft werden will. Die Waren, die Restaurants, Fleischer oder Lebensmittelhändler täglich ihren Kunden anbieten, kommen direkt aus Rungis, dem größten und umsatzstärksten Großmarkt Frankreichs. Ein paar Kilometer vor Paris werden auf einer Fläche von nicht weniger als 232 Hektar all die Lebensmittel umgeschlagen, die die Hauptstädter später auf ihren Tellern finden.

Gedenkkultur

Darf der Staat in die Geschichtsschreibung eingreifen?

> Ausgabe Nr. 20 

Vor gut einem Jahr schlug Nicolas Sarkozy vor, dass jeder Schüler am Ende der Grundschulzeit die Patenschaft für ein durch den Holocaust gestorbenes Kind übernehmen solle, und rief damit heftige Reaktionen hervor. Der Vorschlag selbst geriet alsbald in Vergessenheit, doch die Debatte darüber, welchen historischen Ereignissen die Nation wie gedenken solle, hatte damit ihren Anfang und wird nun auch im Parlament fortgesetzt.

Marianne

Umkämpftes Symbol der französischen Republik

> Ausgabe Nr. 19 

Deutschland hat seine Germania, Frankreich die Marianne. Seit Generationen vereinigt letztere die Hoffnungen und Ängste der Franzosen. Die einen charakterisieren sie als jung, schön und friedliebend - für andere bedeutet sie das Antiquierte, Hässliche und Kriegerische. Alle aber verbinden mit der Marianne ihre Vision von der französischen Republik. Kürzlich erschien in Frankreich ein Buch, das Karikaturen der Marianne aus zwei bewegten Jahrhunderten vereinigt. Es bietet einen originellen Streifzug durch die politische und soziale Geschichte Frankreichs.

Gedenkkult

Charles de Gaulle, wohin man schaut

> Ausgabe Nr. 17 

Fast 40 Jahre nach seinem Tod erfährt Charles de Gaulle in diesem Jahr eine beinahe paradoxe Aufmerksamkeit im Hexagon. Während sein Geburtshaus in Lille schon länger eine Gedenkstätte beherbergt, wurde im Februar in Paris ein weiterer Ort der Erinnerung eröffnet. Im Oktober nun soll eine Charles de Gaulle-Gedenkstätte in Colombey-les-Deux-Eglises im Department Haute-Marne errichtet werden. Was ist das für eine de Gaulle-Manie, die Frankreich derzeit erfasst?

Jobst Plog

Verliebt in Frankreich, ein Interview

> Ausgabe Nr. 16 

Prof. Jobst Plog war viele Jahre lang Intendant des Norddeutschen Rundfunks und gehört zu den Vätern des deutsch-französischen Fernsehsenders Arte. Er ist zudem ein großer Frankreichliebhaber. Wir trafen Prof. Jobst Plog in seiner Heimatstadt Hamburg und sprachen mit ihm über die französische Medienlandschaft, seinen persönlichen Bezug zu Frankreich, Präsident Sarkozy und seine Einschätzung des aktuellen Zustands der deutsch-französischen Freundschaft.

Lascaux

Weltberühmte Felszeichnungen von Zerstörung bedroht

> Ausgabe Nr. 15 

Die Angelegenheit ist eigentlich zu unglaublich, um wahr zu sein: Die berühmten Höhlenmalereien von Lascaux in der Dordogne, eines der bedeutendsten prähistorischen Zeugnisse der Welt und Kulturerbe der UNESCO, sind durch die Ausbreitung von Bakterien und Pilzen in ihrem Fortbestand für immer bedroht. Doch anstatt wirksame Gegenmaßnahmen einzuleiten, scheint man von offizieller Seite vor allem bemüht, Fehler aus der Vergangenheit zu vertuschen.

Ärztliche Behandlungsfehler

Auf der Suche nach Gerechtigkeit

> Ausgabe Nr. 14 

Zwei Länder, zwei Systeme, zwei Anwälte, ein Ziel: Gerechtigkeit. Opfer von ärztlichem Versagen leiden oftmals doppelt: Zu dem erlittenen körperlichen und seelischen Unglück kommt oft noch die Ignoranz von Versicherungen oder von Vertretern des Gesundheitswesens. Jahrelange Prozesse, geringe Schadenersatzzahlungen und hohe psychische Belastungen sind die Folge. Nur wenige Anwälte wie die Französin Florence Boyer und der Deutsche Malte Oehlschläger kämpfen couragiert dagegen an. Ein Portrait über zwei ungewöhnliche Idealisten.

Karneval

Eine ganze Stadt feiert mit urigem Humor

> Ausgabe Nr. 13 

Närrisches Treiben gibt es nicht nur am Rhein. Jedes Jahr feiern die Dünkirchener im Norden Frankreichs ebenfalls ihren Karneval. Ein großes Fest, das Wochen andauert. Um nichts in der Welt würden es die Einheimischen verpassen. In Dünkirchen gibt es aber weder Karnevalswagen noch Blumenparaden oder aufwendige Kostüme. Alles ist sehr einfach und authentisch geblieben, der Humor und die Freude am Feiern stehen an vorderster Stelle. In der Karnevalszeit lebt die ganze Stadt auf.

Vorstädte

Créteil, vom Leben in einer Trabantenstadt

> Ausgabe Nr. 12 

Zwei Jahre sind bereits vergangen, seitdem massive Unruhen in den französischen Vorstädten ausbrachen. Heute hat sich die Situation wieder beruhigt, auch wenn sich die Probleme, die damals zu den Ausschreitungen führten, nicht grundlegend verändert haben. Doch die Suche nach Lösungen scheint keine oberste Priorität mehr zu genießen. Dafür müssen die Trabantenstädte, insbesondere im Pariser Speckgürtel, nun mit dem Image leben, gefährlich und trostlos zu sein. Eine Reputation, die viele Bewohner traurig stimmt, wohnen sie doch gerne in ihrem Viertel.

Kommunalpolitik

Paris erlebt eine Fahrradrevolution

> Ausgabe Nr. 12 

Noch vor kurzem wollte niemand daran glauben, dass man die Pariser Autofahrer davon überzeugen könnte, aufs Fahrrad umzusteigen. Obwohl sich die Metropole an der Seine aufgrund der geringen Entfernungen im Zentrum für diese Fortbewegungsart bestens eignet, waren Fahrradfahrer eher Exoten auf den Straßen. Seit Juli dieses Jahres stehen nun öffentliche Zweiräder an praktisch jeder Straßenecke zur Verfügung. Der Erfolg dieser Maßnahme übertrifft alle Erwartungen. Das als Vélib' bezeichnete Angebot mutiert zu einem Gesellschaftsphänomen.

Erinnerungskultur

Versuch einer Zustandsbeschreibung am Beispiel von Oradour-sur-Glane

> Ausgabe Nr. 11 

Das Dorf Oradour-sur-Glane, 22 Kilometer nordwestlich von Limoges gelegen, wurde am 10. Juni 1944 zum Schauplatz eines der größten Kriegsverbrechen im westlichen Europa. An einem Nachmittag ermordete die Waffen-SS hier, dem Befehl der Partisanenbekämpfung folgend, 642 Menschen, darunter 240 Frauen und 213 Kinder, das jüngste gerade acht Tage alt. In der französischen Erinnerungskultur wurde Oradour-sur-Glane zum Kristallisationspunkt der Erinnerung an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs.

Waldbrände

Zwischen Himmel, Erde... und Feuer

> Ausgabe Nr. 10 

Für die meisten Touristen ist der Süden Frankreichs ein idyllisches Paradies mit Sonnengarantie. Doch diese Klimaverhältnisse stellen zugleich einen Fluch dar. Jeden Sommer gibt es Waldbrände. Wenige wissen in diesem Zusammenhang jedoch, dass Frankreich eine europäische, wenn nicht gar weltweite Vorreiterrolle in der Brandbekämpfung eingenommen hat. Eines der Hauptzentren der Waldbrandbekämpfung ist vor den Toren von Marseille, auf dem Flughafen Marignane, beheimatet. Eine Entdeckungsreise zu einem der Öffentlichkeit wenig bekannten Ort.

Babyboom

Welche Rolle spielt die französische Familienpolitik?

> Ausgabe Nr. 9 

In Deutschland wurde in den letzten Wochen munter über die Betreuung von Kleinkindern und die Einrichtung von Kinderkrippen diskutiert. Ein guter Moment, über den eigenen Tellerrand zu schauen und den Blick nach Frankreich zu richten. Seit einiger Zeit machen unsere Nachbarn mit einer für Europa rekordverdächtigen Geburtenrate Schlagzeilen. Die französische Familienpolitik - ein Modell zum Nachahmen?

DeutschMobil

Unterwegs im Auftrag der deutschen Sprache

> Ausgabe Nr. 9 

Da sich in den letzten Jahren immer weniger junge Franzosen für die deutsche Sprache erwärmen konnten, ist eine originelle Idee entstanden: das DeutschMobil. Mit einer deutschen Lektorin bzw. einem deutschen Lektor am Steuer reist es von Schule zu Schule, um Lust auf die Sprache jenseits des Rheins zu machen. Eine ungewöhnliche Art, ein dynamisches und modernes Deutschlandbild zu präsentieren.

Lapérouse

Das Rätsel der Lapérouse-Flotte

> Ausgabe Nr. 8 

Es ist eines der großen Rätsel der französischen Seefahrt: 1785 vertraute Ludwig XVI. Kapitän Lapérouse eine der größten Expeditionen der Zeit an. Der Auftrag lautete, das Kartografieren der Welt zu vollenden. Doch am 15. März 1788, nach drei Jahren auf hoher See, verschwanden Lapérouse' Fregatten Boussole und Astrolabe auf mysteriöse Weise im Südpazifik. Seit 2005 geht nun auch die französische Marine diesem Rätsel nach.

Bildung

Die Revanche der Dorfschule

> Ausgabe Nr. 7 

Die Dorfschule, in die man als kleiner Junge oder kleines Mädchen ging, zu der man frühmorgens über Felderlief, immer in Angst vor den Tieren auf dem Weg, hat Generationen von Franzosen geprägt. Diese Dorfschule, auf der das traditionelle französische Erziehungssystem basiert, wurde während der letzten Jahre oft kritisiert. Angesichts einer starken Abwanderung in die Städte galt ihr Erhalt als zu teuer. Heute scheint sich dieses Phänomen umzukehren: Die Verteidiger der Schule vor Ort werden immer zahlreicher und die Dorfschule scheint es jenen heimzuzahlen, die sie kritisierten...

Cité de l'habitat

Wunderland für den Hausbau

> Ausgabe Nr. 6 

La Cité de l'habitat im elsässischen Lutterbach in der Nähe von Mulhouse ist in Frankreich bisher einzigartig, doch der überwältigende Erfolg könnte bald Nachahmer finden. Dieses innovative Konzept ist auf jeden Fall der Traum eines jeden Häuslebauers: Auf einer Fläche von sieben Hektar findet man alle Dienstleister, die man für den Bau seiner eigenen Wände braucht. Aus einem simplen Konzept wurde eine große Erfolgsstory.

Deutschlandbild

Hat die Fußball-WM das Deutschlandbild der Franzosen verändert?

> Ausgabe Nr. 5 

Eines ist sicher: Die Fußball-WM 2006 war eine vortreffliche Gelegenheit, in Frankreich verstärkt über das rechtsrheinische Nachbarland zu reden. Es waren ereignisreiche Wochen, die den Franzosen mehr Wissenswertes über ihren doch recht unbekannten Nachbarn näher gebracht haben, als dass dies Informationskampagnen über Jahre hinweg hätten tun können. Der Fußball als Vorwand half dabei, Vorurteile zu überwinden und ein veraltetes Deutschlandbild durch ein aktuelles zu ersetzen.

Medikamentenkonsum

Wie krank sind die Franzosen?

> Ausgabe Nr. 2 

Eine neue Studie hat gezeigt: Die Franzosen konsumieren mehr Medikamente als ihre europäischen Nachbarn. Ein trauriger Spitzenrekord, der momentan die französische Öffentlichkeit beschäftigt.

Alain Rey

Frankreichs Sprachkünstler

> Ausgabe Nr. 2 

Die Franzosen sind bekanntlich Literaturliebhaber. Bücher nehmen einen ganz besonderen Platz in ihrem Herzen und der Geschichte des Landes ein. Auf France Inter, einem der großen öffentlich-rechtlichen Radiokanäle, erklärt ein Mann jeden Morgen ein bestimmtes Wort. Ein Wort, das er in einen aktuellen Zusammenhang stellt. Wer diesen Mann kennt, versteht besser das besondere Verhältnis der Franzosen zu ihrer Sprache.

Portrait

Sonja, als Mademoiselle in Paris...

> Ausgabe Nr. 1 

Sonja, 33 Jahre alt und Architektin aus Frankfurt am Main, hat seit April 2004 ihre Zelte in Paris aufgeschlagen. Portrait einer jungen Frau, die ihre Leidenschaft für ein Leben zwischen zwei Kulturen entdeckt hat.