Politik & Wirtschaft

Politik

Präsidentschaftswahlen 2017,

Präsidiale Orte

> Ausgabe Nr. 63

Anlässlich der Ende April/ Anfang Mai in Frankreich durchgeführten  Präsidentschaftswahlen möchten wir einen etwas unkonventionellen Blick auf einige Orte werfen, die zutiefst in den Herzen der Franzosen verankert und eng mit der politischen Geschichte des Landes sowie mit ehemaligen Staatspräsidenten verknüpft sind. Ein schöner Vorwand für eine etwas andere Reise durch das Hexagon, zwischen Tourismus und Politik …

Wirtschaft

Atomkraft in Frankreich: der Niedergang eines Systems, das sich zu sicher fühlte

> Ausgabe Nr. 59

Die Erkenntnis trifft hart: Der Nuklearsektor in Frankreich, der lange Zeit als unantastbar, als eines der wichtigsten Aushängeschilder der französischen Industrie galt, steckt mitten in der Krise. Die weltweite Produktion von Strom aus Atomkraft ist im freien Fall, die Auswirkungen des Unfalls in Fukushima im März 2011 sind noch immer zu spüren, Atomenergie wird in der Öffentlichkeit immer mehr infrage gestellt, eine undurchsichtige Geschäftsführung ruft Proteste hervor, die Betreiber stecken in finanziellen Schwierigkeiten… Die Liste ließe sich noch durch weitere besorgniserregende Fakten ergänzen.Noch nie stand diese Branche öffentlich so in der Kritik, und nun ziehen dunkle Wolken auf. Das System in seiner Gesamtheit ist gezwungen, sich kritisch zu hinterfragen.

Events

Paris: Olympische Spiele oder Weltausstellung?

> Ausgabe Nr. 55

Nachdem sich Paris in den letzten Jahren schon einige Male um die Olympischen Sommerspiele beworben hat und jeweils im Auswahlprozess unterlag (1992 gegenüber Barcelona, 2008 gegenüber Peking und 2012 gegenüber London), soll es für 2024 nun endlich klappen. Die Stadt will sich gegen Städte wie Rom, Hamburg und Boston als Austragungsort durchsetzen. Doch das ist nicht das einzige Großprojekt, das die französische Hauptstadt fest im Visier hat. Neben den Olympischen Spielen denkt man auch darüber nach, sich um die Weltausstellung 2025 zu bemühen. Für manche eine ideale Ergänzung. Für andere steht dagegen fest, dass am Ende nur eines der beiden Ereignisse organisiert werden sollte.

Regionen

Auf der Suche nach neuen Hauptstädten 

> Ausgabe Nr. 55

Nachdem in der letzten Ausgabe der Frage nachgegangen wurde, welche Namen die neuen französischen Regionen tragen könnten, geht es dieses Mal um die zukünftigen Hauptstädte der Regionen. Eine Frage, die durchaus politische Sprengkraft besitzt, gibt es doch zahlreiche lokale Animositäten. Kaum eine der aktuell 22 Hauptstädte wird ihren Hauptstadttitel gerne abgeben. Doch dies ist unweigerlich notwendig, denn in Zukunft gibt es nur noch 13 Regionen – und damit auch nur noch 13 regionale Hauptstädte. Offiziell sollen die neuen Hauptstädte nach einem ausführlichen Reflexionsprozess im Juli 2016 ernannt werden. Doch Tendenzen lassen sich schon heute ausmachen. In sechs Regionen wird sich ohnehin nichts ändern, da diese von der Fusionswelle verschont blieben. In vier der sieben neuen Regionen scheint der Name der neuen Hauptstadt auch bereits inoffiziell festzustehen. Bleiben vor allem drei neue Regionen, in denen es mehr oder weniger spannend werden könnte.

Regionen

Auf der Suche nach neuen Namen

> Ausgabe Nr. 54

Die regionale Neugliederung Frankreichs war eines der zentralen Wahlversprechen von François Hollande, das seit letztem Dezember unwiderruflich auf den Weg gebracht wurde. Vor Weihnachten hat das Parlament entschieden, dass aus den aktuell 22 Regionen 13 werden. Nach den heftigen Widerständen im Vorfeld dieser Entscheidung könnte man denken, dass damit der schwerste Schritt zur Reform der Regionen getan ist. Doch die Streitereien gehen weiter. Nun muss entschieden werden, welche Namen die neuen Regionen tragen sollen und welche Orte die regionalen Hauptstädte werden. Die erste Frage beleuchten wir in dieser, die zweite in der kommenden Ausgabe.    

Kindergeld

Ist eine Reform überhaupt möglich?

> Ausgabe Nr. 53

Mit durchschnittlich 1,9 Kindern pro Frau (2013) nimmt Frankreich bei der Geburtenrate einen Spitzenplatz in Europa ein. Meist wird die hohe Gebärfreudigkeit der Französinnen mit der vorbildlichen Familienpolitik des Landes begründet. Das Kindergeld soll dabei eine Schlüsselrolle spielen. Seit 1945 ist das heutige System der finanziellen Unterstützung von Familien in Kraft. Diverse Vorstöße, es zu reformieren, sind stets an Widerständen gescheitert. Doch die sozialen Sicherungssysteme in Frankreich sind hoch defizitär. Eine Reform ist unausweichlich. Die Regierung weiß dies und versucht einen erneuten Reformanlauf. Doch wird er dieses Mal erfolgreich sein? Es ist mehr als ungewiss.

Pestizide

Marie-Lys Bibeyran, eine Frau kämpft gegen Pestizide

> Ausgabe Nr. 53

Listrac ist ein kleines charmantes Dorf mit 2.400 Einwohnern rund 35 Kilometer von Bordeaux entfernt. Wie viele Orte im Médoc liegt es romantisch inmitten von Weinfeldern, die vom pittoresken Turm der Dorfkirche überragt werden. Seit Generationen bildet der Weinanbau die Haupteinnahmequelle der Menschen. Alles wirkt wie die perfekte Postkartenidylle, wäre da nicht seit einigen Jahren die ungewöhnliche Häufung von Krebsfällen. Als Ursache gelten die Pestizide, die Jahr für Jahr auf den Weinbergen versprüht werden. Doch dies klar zu benennen, ist ein großes Tabu in der Region. Eine Frau, die Agrarangestellte Marie-Lys Bibeyran, hat den Mut bewiesen, das Schweigen zu brechen. Ihr Leben ist dadurch nicht einfacher geworden.

Regionen

Neugliederung der Regionen

> Ausgabe Nr. 52

Frankreichs Regionen in ihrer heutigen Form und Funktion wurden zu Beginn der 1980er-Jahre definiert. Ungeachtet parteipolitischer Grenzen sind sich viele französische Politiker heute jedoch einig, dass die administrative Gliederung des Landes reformiert werden muss. Es reicht nicht aus, immer mehr Kompetenzen und Aufgaben an die Regionen zu übertragen, wenn diese von ihrer Größe und finanziellen Ausstattung her nicht in der Lage sind, diese erfolgreich zu übernehmen. François Hollande hat die regionale Gebietsreform deshalb auf seine Agenda gesetzt und verkündet, dass aus den aktuell 22 Regionen möglichst 14 werden sollen. Einige Politiker in den Regionen fürchten aber um ihre Macht und wollen lieber am Status quo festhalten, zumindest für die eigene Region. Andere sehen dagegen die Vorteile. Zu den Unterstützern zählen die Präsidentin der Region Franche-Comté, die mit Burgund verschmelzen soll, sowie der Präsident der Vereinigung der Regionen Frankreichs, der zudem Präsident der Region Aquitanien ist, die nach aktuellen Plänen ebenfalls mit einer oder zwei benachbarten Regionen fusionieren soll. Wir haben beide getroffen und sie nach den Gründen ihrer Zustimmung gefragt.

SNCM

Ist die Fährgesellschaft noch zu retten?

> Ausgabe Nr. 51

Für viele Korsika-Reisende beginnt der Urlaub auf einer der Fähren der Société Nationale Maritime Corse Méditerranée, besser bekannt unter der Abkürzung SNCM. Die 1976 gegründete Gesellschaft garantierte jahrzehntelang unter staatlicher Obhut den Anschluss Korsikas ans Festland. 2006 wurde das Unternehmen mehrheitlich privatisiert. Doch die neuen Eigentümer haben nicht viel Freude an ihrem Investment. Die Fährgesellschaft gilt als wenig kundenorientiert und unprofitabel. Strafzahlungsforderungen aus Brüssel wegen unzulässiger Subventionen belasten zusätzlich das Ergebnis. Inzwischen stellt sich sogar die Frage, ob die SCNM überhaupt noch eine Zukunft hat.

Landesstruktur

Reform der Regionen und Departements

> Ausgabe Nr. 50 

Seit einiger Zeit bemüht man in der Politik und Presse einen Begriff aus der Konditorei, den mille-feuille, ein Blätterteiggebäck mit drei Schichten Blätterteig und zwei Schichten Crème, um über die administrative Struktur Frankreichs zu diskutieren. Die historische Einteilung des Landes in Kommune, Departement und Region gelangt zunehmend auf den Prüfstand. Zwar hat sich die französische Verwaltungsstruktur über Jahrzehnte bewährt, sie gilt gleichzeitig aber auch als ein Hindernis für wirtschaftliche Entwicklung. François Hollande will sein Land deshalb neu ordnen. Ein ambitioniertes Projekt mit offenem Ende.

François Hollande

Es ist nicht einfach, Präsident zu sein

> Ausgabe Nr. 49 

Noch nie waren die Franzosen so unzufrieden mit einem Präsidenten wie mit François Hollande. In den letzten Umfragen erklärte nur einer von fünf Franzosen, mit der Arbeit des Staatsoberhauptes zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Liegt es an der Person François Hollande oder daran, dass die Franzosen schwer regierbar sind? Wie weit ist der Präsident mit der Erfüllung seiner Wahlversprechen anderthalb Jahre nach Amtsantritt? Fragen, die nie aktueller waren als in der momentanen Krise im Land.

Verkehrspolitik

Die Wiederentdeckung der Langsamkeit

> Ausgabe Nr. 47 

Lange Zeit haben die Franzosen den TGV genommen, ohne groß darüber nachzudenken. Die Société Nationale des Chemins de Fer Français, kurz SNCF, wird allseits geschätzt. Seit 1981, als der erste TGV von Paris nach Lyon sauste, ist man sogar mächtig stolz auf die staatliche Bahngesellschaft. Schließlich ist das französische Hochgeschwindigkeitsnetz eines der besten der Welt. Doch in letzter Zeit regten sich immer mehr Bahnreisende über die hohen Fahrkartenpreise auf. Daraus entstand eine Diskussion über die Kosten der Hochgeschwindigkeitszüge. Zum ersten Mal wurde das Credo, nachdem immer mehr Städte durch teure Investitionen an das Schnellbahnnetz anzuschließen seien, infrage gestellt. Inzwischen hat die Politik sogar eine Kehrtwende in Sachen Schienenverkehr eingeleitet. Anstatt in neue TGV-Strecken soll zukünftig das Geld in konventionelle Strecken fließen.

Monnaie de Paris

Pessac, hinter den Kulissen der Euro-Münzprägung

> Ausgabe Nr. 47 

Frankreichs älteste Institution, die Münzprägeanstalt von Paris, hat uns in der letzten Ausgabe die Türen zu ihrem historischen Palais am Quai de Conti in Paris geöffnet. Doch während in der französischen Hauptstadt nur noch besondere Münzen und Medaillen geprägt werden, findet die eigentliche Produktion seit den 1970er-Jahren in Pessac im Großraum von Bordeaux statt. 1,5 Milliarden Münzen pro Jahr verlassen die wie ein Hochsicherheitsgefängnis geschützte Fabrik. Alle französischen Euro-Münzen, aber auch die Münzen anderer Staaten und Währungen, werden dort hergestellt. Für Besucher ist die Einrichtung nicht zugänglich. In unserer Serie über Monnaie de Paris wurde uns allerdings der Zutritt gewährt.

Hochschulpolitik

Teaching in English? Oh mon Dieu!

> Ausgabe Nr. 46 

Ein neues Gesetz erlaubt Englisch als Unterrichtssprache an französischen Universitäten. So, wie es in vielen anderen europäischen Ländern längst Standard ist und in Frankreichs Elitehochschulen, den Grandes Ecoles, schon seit einiger Zeit praktiziert wird. Der Vorschlag schlug im Vorfeld allerdings hohe Wellen in einem Land, das dem Englischen traditionell sehr reserviert gegenübersteht und die eigene Sprache selbst als Weltsprache ansieht. Ob Sorbonne, Académie Française, Politiker oder Journalisten, alle stritten, ob dieses Gesetz eine Gefährdung für die französische Sprache darstellt oder eine längst notwendige Anpassung an Realitäten bedeutet.

Umwelt

Lavendel der Provence in Gefahr

> Ausgabe Nr. 46 

Bisher zirkulierte die Information eher in Fachkreisen und selbst die französische Öffentlichkeit nahm nur wenig Kenntnis davon: Die für die Provence so typischen Lavendelfelder sind in großer Gefahr. Mehr und mehr dieser Felder verschwinden unfreiwillig und die noch blühenden Pflanzen sind weniger leuchtend als früher. Schuld daran ist ein Bakterium. Doch obwohl man die Ursache kennt, fand man bisher noch nicht die richtige Gegenmaßnahme. Eine Region und ein ganzer Industriezweig stehen vor einer Katastrophe, die man nun mit verstärkter Forschungsarbeit zu verhindern versucht. Hinzu kommen neue Auflagen aus Brüssel. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als das Überleben des Lavendels in der Provence.

Deutsch-Französische Freundschaft

Wenn eine Freundschaft zum Ritual wird

> Ausgabe Nr. 44 

Der 22. Januar ist ein besonderer Tag für die deutsch-französische Freundschaft. Es ist der Jahrestag der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages, der die Beziehungen zweier ehemaliger Erbfeinde auf eine neue Grundlage stellte. Dieses Jahr war das Jubiläum besonders feiernswert, jährte sich das Ereignis schließlich zum 50. Mal. Doch während der Tag von offizieller Seite mit viel Pomp begangen wurde, war das Medieninteresse eher schwach. Hat die deutsch-französische Freundschaft an Reiz verloren? Ein ernüchternder Rückblick auf einen eigentlich sehr bemerkenswerten Tag.

Gregor Gysi

Der Linken-Politiker und Frankreich

> Ausgabe Nr. 43 

Dr. Gregor Gysi ist Rechtsanwalt und seit 2005 Vorsitzender der Bundestagsfraktion der Partei « Die Linke ». Der 64-Jährige wuchs in der DDR auf, war Mitglied der SED. Frankreich spielte für die Familie Gysi eine ganz besondere Rolle. Warum das so ist und was er über das Land denkt, erzählt er im Gespräch mit Frankreich erleben.

Machtverhältnisse

Alles nach links

> Ausgabe Nr. 41 

Von April bis Juni wurden die Franzosen viermal an die Wahlurnen gebeten, um einen neuen Staatspräsidenten und ein neues Parlament zu wählen. Als Gewinner beider Wahlen sind bekanntermaßen die Sozialisten hervorgegangen. Doch der politische Machtwechsel im Land geht noch weit über diese beiden Wahlen hinaus. Denn sie waren nur die letzten Puzzleteilchen, die dazu führten, dass nun quasi alle wichtigen Ämter in Frankreich von den Sozialisten beherrscht werden. Noch nie stand Frankreich politisch so weit links wie seit diesem Jahr. Eine Chance, aber auch eine große Verantwortung für die neuen Machtinhaber.

Medien

Die politische Ausrichtung französischer Medien

> Ausgabe Nr. 40 

Ein Vorteil von Wahlkampfzeiten ist, dass es zu jedem möglichen Aspekt des Wählerverhaltens Umfragen gibt. Dies war im Vorfeld der kürzlich stattgefundenen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Frankreich natürlich nicht anders. Eine der Meinungsumfragen, die auch nach den Wahlen noch von Bedeutung ist, untersuchte die Frage, welche Wähler welche Zeitung lesen, welchen Radiosender hören und welches Fernsehprogramm sehen. Die Antworten sagen viel darüber aus, wie sich ein Medium politisch aufstellt - nicht nur in Wahlkampfzeiten.

Tourismus

Hauptsache außergewöhnlich

> Ausgabe Nr. 40 

Außergewöhnlich sein. Das ist heute im französischen Tourismussektor die Devise, die über alles zu gelten scheint. Nach aktuellem Erkenntnisstand, so heißt es zumindest, muss jedes touristische Angebot und jedes Reiseziel vor allem eins, um bestehen zu können: anders sein als die Konkurrenz. Nach dieser Logik geht es meist darum, dass der Gast einen unvergleichbaren Aufenthalt erlebt, ständig etwas Neues geboten bekommt, stets überrascht wird. Doch wohin führt diese ständige Suche nach dem Extremen und Außergewöhnlichen? Kann sie wirklich die Zukunft des Reisens sein?

Volksabstimmungen

Modethema im Wahlkampf

> Ausgabe Nr. 39 

Wenn mal wieder die Wahl des neuen Staatsoberhauptes ansteht, profilieren sich die potentiellen Anwärter gerne mit dem Ruf nach mehr direkter Demokratie. Mehr Volksabstimmungen sollen mehr Bürgernähe schaffen, heißt es dann zumeist. Doch obwohl das französische Volk bereits 1793 zum ersten Mal befragt wurde, spielen Referenden im politischen Alltag Frankreichs bis heute eine eher untergeordnete Rolle. Von 1870 bis 1945 gab es sogar keine einzige Volksabstimmung, seit 1958, also in der Fünften Republik, die Referenden in der Verfassung ausdrücklich vorsieht, gerade einmal 16.

Fünf Jahre Sarkozy

Zeit für eine Bilanz

> Ausgabe Nr. 38 

François Mitterrand hat die Todesstrafe abgeschafft, Jacques Chirac sich dem Irakkrieg widersetzt. Welche Spuren hinterlässt Nicolas Sarkozy nach seiner ersten Amtszeit? Am 22. April und 6. Mai werden die Franzosen an die Wahlurnen gerufen, um ihren zukünftigen Präsidenten zu wählen. Erreicht kein Kandidat die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang, was gewöhnlich der Fall ist, kommt es im zweiten Wahlgang zu einer Stichwahl zwischen den beiden stärksten Kandidaten aus der ersten Runde. Nicolas Sarkozy bewirbt sich bei seinem Volk um eine zweite Amtszeit. Ein guter Grund, sich mit der Bilanz seiner ersten fünf Jahre im Elysée-Palast zu beschäftigen. Eine Gegenüberstellung: links die offizielle Bilanz von Seiten der Sarkozy-Partei UMP, rechts die Bewertung der Opposition.

François Hollande

Der neue Präsident?

> Ausgabe Nr. 37 

Im Mai dieses Jahres werden die Franzosen für die kommenden fünf Jahre ihren Präsidenten wählen. Der Wahlkampf dafür beginnt im Januar, die aktuelle französische Politik wird also bis zum Frühjahr zum Stillstand kommen. Vor ein paar Monaten führte die Parti Socialiste (PS) zur Kür ihres Kandidaten zum ersten Mal in der Geschichte des Landes Vorwahlen durch die Parteibasis durch. François Hollande konnte sich dabei mit 56 Prozent der Stimmen gegen Martine Aubry (43 Prozent) durchsetzen. Wer ist dieser Mann, der bisher für seine Ruhe und Diskretion bekannt war, und der heute für viele die neue Hoffnung der französischen Linken verkörpert?

Umweltschutz

Kettensägenmassaker am Welterbe Canal du Midi

> Ausgabe Nr. 36 

Es hört sich an wie ein böser Alptraum und doch ist es Realität: Die 42.000 Platanen, die die 239 Kilometer des weltberühmten Canal du Midi säumen, sind in ihrem Fortbestand bedroht und müssen in den kommenden 15 Jahren wahrscheinlich allesamt gerodet werden. An 1.000 Bäumen wurde dieses Jahr bereits die Kettensäge angelegt, weitere 4.000 folgen 2012. Und das ist nur der Anfang. Die Ursache ist eine unheilbare Pilzerkrankung der Bäume, die seit 2006 stark zunimmt und die bisher nur eingedämmt werden kann, indem die befallenen Bäume sowie die Bäume in unmittelbarer Nachbarschaft entfernt werden. Eine Katastrophe für einen Kanal, der gerade auch wegen seiner schattenspendenden Platanen zum UNESCO Welterbe zählt.

Präsidentschaftswahl 2012

Die Kultur als Wahlkampfthema

> Ausgabe Nr. 35 

Seit der Gründung der Fünften Republik 1958 durch General Charles de Gaulle ist die Wahl des Staatspräsidenten das wichtigste politische Ereignis Frankreichs. Daher ist es verständlich, dass sich Vorboten des Wahlkampfes der nächsten Präsidentschaftswahl im Mai 2012 bereits jetzt ankündigen. Im linken Lager will man den Kandidaten demnächst durch Vorwahlen bestimmen, im rechten Lager gilt Nicolas Sarkozy als natürlicher Anwärter. Doch bevor die Namen der Kandidaten feststehen, testen beide Lager bereits eventuelle Themen für den Wahlkampf aus. Diesen Sommer kam ein mögliches neues Streitfeld hinzu: die Kulturpolitik.

Laizität

Ein Thema von immerwährender Aktualität

> Ausgabe Nr. 34 

Seit 1905 gilt in Frankreich eine strikte Trennung zwischen Staat und Kirche. Die Laizität ist eine der Grundfesten der französischen Gesellschaft. Trotzdem tauchen die Probleme, die mit diesem Grundsatz entstehen können, immer wieder in den Schlagzeilen der Zeitungen auf. Auch im Zuge der Präsidentschaftswahlen 2012 könnte die Laizität zu einem wichtigen Thema werden. Eine Situationsanalyse.

TGV

Wieviel Hochgeschwindigkeit kann sich Frankreich leisten?

> Ausgabe Nr. 34 

Zu seinem 30. Geburtstag hätte sich der TGV sicherlich ein anderes Geschenk gewünscht als den Bericht des Abgeordneten Hervé Mariton an die Finanzkommission der Nationalversammlung bezüglich der Finanzierung neuer Hochgeschwindigkeitstrassen. In diesem Rapport stellt der Delegierte des Departements Drôme den ambitionierten Ausbau des TGV-Netzes im Land ungewöhnlich offen infrage, da weder seine Finanzierung noch die Rentabilität gesichert seien. Eine Feststellung, die die Realisierung einiger Projekte stark verzögern könnte.

Bistrosterben

Naht das Ende des Bistros?

> Ausgabe Nr. 33 

Der Befund ist alarmierend: Immer mehr klassische Bistros, die so typisch für Frankreich sind, müssen schließen. Im Durchschnitt machen zwei Läden pro Tag dicht. Eine Entwicklung, die auf dem Land noch rasanter verläuft als in den großen Städten. Dies hat aber nicht nur Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft, vielmehr ist das kulturelle Erbe einer ganzen Nation bedroht.

Marine Le Pen

Das «neue» Gesicht des französischen Rechtsextremismus

> Ausgabe Nr. 32 

Das Gesicht und der Vorname ändern sich, doch der Nachname bleibt der gleiche: Jean-Marie Le Pen, der langjährige Präsident der rechtsextremen Front National, übergab seinen Posten im Januar seiner eigenen Tochter. Marine Le Pen wurde mit 67,65 Prozent der Stimmen der Parteimitglieder gewählt. Die neue Frau an der Spitze hat sich zum Ziel gesetzt, der Partei ein neues, ein harmloseres Gesicht zu geben. Eine Art Front National light, die für die traditionellen Parteien umso gefährlicher werden könnte.

Austernkrise

Sterben Frankreichs Austern aus?

> Ausgabe Nr. 32 

Frankreich ist mit einem Marktanteil von 90 Prozent der erste Produzent - und auch Konsument - von Austern in Europa. 130.000 Austern werden jedes Jahr von 3.000 Unternehmen mit insgesamt 17.000 Mitarbeitern gezüchtet. Der Jahresumsatz der Branche beläuft sich auf knapp 610 Millionen Euro. Doch dem Sektor geht es schlecht. Seit 2008 sehen sich die Austernzüchter mit einem Virus konfrontiert, der die jungen Austern auf mysteriöse Weise absterben lässt. Die Situation hat sich inzwischen derart verschärft, dass manche gar das Aus der Austernzucht in französischen Gewässern fürchten.

Streiklust

Sind Franzosen Weltmeister im Streiken?

> Ausgabe Nr. 30 

In letzter Zeit häufen sich wegen der von der Regierung beschlossenen Rentenreform wieder die Nachrichten von Generalstreiks in Frankreich. Einmal mehr geht das Bild einer streikwütigen Nation um die Welt, das Klischee eines Volkes, das lieber revolutioniert anstatt reformiert. Aber stimmt es wirklich, dass die Franzosen Weltmeister im Streiken sind? Eine Suche nach Antworten.

Vergünstigungen für Politiker und Beamte

Wie steht es um die Pläne zur Reform der Privilegien?

> Ausgabe Nr. 30 

Als Nicolas Sarkozy im Elysée-Palast einzog, verkündete er die Ambition, aus Frankreich eine République irréprochable, also eine Republik, die sich nichts vorzuwerfen hat, machen zu wollen. In diesem Kontext wurde alsbald der Kampf gegen ungerechtfertigte Privilegien von Politikern und Staatsdienern propagiert. Doch was ist aus dem Ansinnen seitdem geworden? Eine Situationsanalyse.

Staatsbankette

Wenn die Politik durch den Magen geht

> Ausgabe Nr. 29 

Mahlzeiten sind gewöhnlich Momente des geselligen Beisammenseins. In der Politik können sie aber noch mehr sein, nämlich ein gezielt eingesetztes Instrument der Diplomatie, mit dem man seinen Gast ehren, vielleicht aber auch beeindrucken oder gar einschüchtern möchte. Kaum ein Land beherrscht die Kunst der Staatsbankette so gut wie Frankreich, das diesbezüglich auf eine lange Tradition zurückschaut. Ein Blick auf den wichtigsten Tisch der Nation, den Banketttisch des französischen Staatspräsidenten im Elysée-Palast.

Reiseziele der Politiker

Plages de gauche, plages de droite, Urlaub in politischen Farben

> Ausgabe Nr. 28 

Gibt es in Frankreich typische Urlaubsziele für Konservative und typische Destinationen für Sozialisten, Kommunisten und Grüne? Die Frage mag auf den ersten Blick albern erscheinen. Wenn man sich jedoch genauer mit der Thematik beschäftigt, entdeckt man durchaus Anhaltspunkte, die Rückschlüsse auf die Gesinnung der Urlauber zulassen können. Zur Hauptreisezeit ein Überblick über die politischen Dimensionen von Ferien.

Frankophonie

Eine Situationsanalyse

> Ausgabe Nr. 28 

Aus französischer Sicht ist die frankophone Welt ein ganz besonderer Schatz, der die Strahlkraft und Kultur des Landes in die Welt trägt. Andere sehen in einem Verbund französischsprachiger Staaten jedoch eher ein Konzept, das zu sehr auf den Überbleibseln des Kolonialismus beruht und eine zu große Überheblichkeit nach außen pflegt. Ganz zu schweigen von der Kritik an der Effizienz der dahinter stehenden Institutionen und der Frage, was frankophon eigentlich genau bedeutet. Eine Situationsanalyse.

Politikerkinder

In Mamas oder Papas Fußstapfen: Kinder französischer Politiker in der Politik

> Ausgabe Nr. 27 

Jean Sarkozy, Sprössling des französischen Staatspräsidenten, wollte kürzlich Chef der Einrichtung werden, die das Pariser Geschäftsviertel La Défense verwaltet und entwickelt. « Mein Papa, er ist der Präsident ») titelte daraufhin die Tageszeitung Libération. Zwar hat Jean Sarkozy inzwischen von seinem Ansinnen Abstand genommen, doch es bleibt die Frage, inwieweit politische Macht in Frankreich « vererbt » wird. Vetternwirtschaft oder einfach nur ambitionierte Politikerkinder? Wer ist in die Fußstapfen seiner Eltern oder sonstiger Verwandter getreten? Ein Überblick ganz unterschiedlicher Werdegänge, die eines gemeinsam haben: generationenübergreifende politische Ambitionen.

Olympia 2012

Wie Frankreichs Norden von den Spielen in London profitieren will

> Ausgabe Nr. 27 

Von Katzen sagt man, dass sie immer wieder auf ihren Pfoten landen - egal wie hoch der Absturz zuvor war. In gewisser Weise könnte man dies auch von den Franzosen behaupten, wenn man von der neuesten Initiative des Departements Pas-de-Calais hört. Denn während Paris in der Bewerbung um die Austragung der Olympischen Sommerspiele im Jahr 2012 klar London unterlegen war, will Frankreichs nördliches Departement durch die Hintertür an den Spielen teilhaben. Ein cleveres und freches Vorhaben zugleich.

Nicolas Sarkozy

Entpuppt sich der Präsident als Linker?

> Ausgabe Nr. 24 

Zugegeben, die Überschrift ist provokant. Vor ein paar Jahren, als Nicolas Sarkozy noch Innenminister unter Jacques Chirac war, wäre sie einem nicht einmal im Entferntesten in den Sinn gekommen. Doch die Zeiten haben sich geändert und der französische Staatspräsident anscheinend auch. Heute behaupten einige in Frankreich sogar, dass Sarkozy das politische Lager gewechselt habe. Wahrheit oder Gerücht? Eine Suche nach Hinweisen.

Französischer Staat

Sympole und Insignien

> Ausgabe Nr. 24 

Neben den klischeehaften Dingen, die alle mit Frankreich verbinden, wie etwa Baskenmütze, Baguette, Weinflasche und Akkordeon, gibt es Symbole, die ganz offiziell für die Französische Republik stehen. In ihnen manifestiert sich unverkennbar der Stolz der Nation. Manche dieser Staatssymbole, wie die Flagge, die Hymne oder die Weisung « Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit », sind in der Verfassung von 1958 festgeschrieben. Andere sind liebgewordene Tradition. Welche Symbole das sind und welche Geschichten sich dahinter verbergen, ist längst nicht jedem bekannt. Hier ein kleiner Führer über die sechs wichtigsten von ihnen.

Frédéric Mitterrand

Der neue französische Kulturminister

> Ausgabe Nr. 23 

Mit der letzten Kabinettsumbildung landete Nicolas Sarkozy wieder einmal einen politischen Coup. Denn seither ist der Neffe des ehemaligen sozialistischen Präsidenten François Mitterrand neuer Kulturminister in der derzeitigen konservativen Regierung. Wieder ein Mitterrand im Elysée-Palast, wenn auch nur bei den wöchentlichen Kabinettssitzungen. Der Höhepunkt einer beeindruckenden Karriere für einen außergewöhnlich begabten Politiker.

TGV-Projekte

Frankreich im Geschwindigkeitsrausch

> Ausgabe Nr. 22 

«T»,«G»,«V», drei Buchstaben, die in Frankreich zurzeit in aller Mundesind. Denn dank der weltweiten Wirtschaftskrise und derdamit überall einhergehenden Konjunkturprogramme will Frankreich in denkommenden Jahren sein bereits heute schon beeindruckendes TGV-Netz nochschneller ausbauen als bisher geplant. Werden alle Projekte realisiert, wirddas Wort « Entfernung » im Jahr 2030 neu definiert werden müssen.

Überseegebiete

Frankreichs DOM/TOM in der Krise

> Ausgabe Nr. 21 

Die französischen Überseedepartements (DOM) und -territorien (TOM) wurden in den letzten Monaten von sozialen Unruhen erschüttert. Zahlreich gingen die Menschen dort auf die Straße und ein Generalstreik legte das öffentliche Leben lahm. Zwar hat sich die Situation inzwischen wieder beruhigt, doch ist der Reflex, einfach mehr Geld aus Paris zu überweisen, eine wirkliche Lösung der Probleme?

Flughäfen

Welche Zukunftsperspektiven haben Frankreichs Flughäfen

> Ausgabe Nr. 21 

Flughäfen sind ein wichtiger Mosaikstein in der Infrastruktur eines modernen Landes. Für abgelegene Regionen sind sie oft sogar eine notwendige Voraussetzung, um im internationalen Konkurrenzkampf überleben zu können. Der Luftverkehr gilt allgemein als Wachstumsbranche. Auch in Frankreich ist auf vielen Airports ein weiterer Ausbau der Kapazitäten geplant, manche Flughäfen kämpfen allerdings ums Überleben.

Umweltpolitik

Frankreich wagt die erneuerbaren Energien

> Ausgabe Nr. 20 

Es bewegt sich etwas im Staate Frankreich. Lange hat sich das Land auf seine Energieunabhängigkeit verlassen können, was vor allem durch die großen Kernkraftwerke möglich war. Nun beginnt man zu realisieren, dass der Bereich der erneuerbaren Energien sträflich vernachlässigt wurde, und versucht gegenzusteuern. Die Diskussionen um die notwendigen Schritte enthüllen aber, wie sehr die Meinungen zu diesen Energiequellen noch auseinander gehen.

Subventionen

Wissen die Franzosen die EU überhaupt zu schätzen?

> Ausgabe Nr. 20 

Jedes Jahr finanziert die Europäische Union zahlreiche Projekte in Frankreich. Zwischen 2000 und 2006 summierten sich diese Subventionen auf eine stolze Summe von 20 Milliarden Euro für über 250.000 Vorhaben. Eine Studie hat nun untersucht, inwieweit sich die Franzosen dieser Tatsache überhaupt bewusst sind – mit teils erschreckenden Ergebnissen.

Eva Joly

Eine Frau will die Korruption besiegen

> Ausgabe Nr. 19 

Eva Joly ist anders. Als Norwegerin wird sie Richterin in Frankreich. Doch als ob dies nicht schon ungewöhnlich genug wäre, entpuppt sie sich als bekannteste Kämpferin gegen den französischen Korruptionssumpf und deckt trotz Morddrohungen einen der größten Finanzskandale aller Zeiten auf: die Elf-Affäre. Eva Joly gibt nur selten Interviews. Wir haben es dennoch geschafft, sie in einem Pariser Bistro zu einem persönlichen Gespräch zu treffen.

Senat

Hat eine Institution ausgedient?

> Ausgabe Nr. 18 

Das parlamentarische System Frankreichs beruht auf zwei Kammern: der Assemblée Nationale und dem Senat. Immer wieder wird der Senat jedoch, der gerade neu gewählt wurde, in der französischen Öffentlichkeit in seiner Funktion sowie in seiner Zusammensetzung in Frage gestellt. Kritiker werfen ihm vor, ein antiquiertes Frankreich zu repräsentieren und die gesellschaftliche Entwicklung zu verschlafen. Ist dieser Vorwurf aber tatsächlich gerechtfertigt?

EU-Ratspräsidentschaft

48 Stunden beim Europäischen Tourismusforum in Bordeaux

> Ausgabe Nr. 18 

Vom 1. Juli bis 31. Dezember 2008 hat Frankreich die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union inne, bevor Tschechien diese Aufgabe im nächsten Jahr übernehmen wird. Während dieser sechs Monate organisiert das Land eine Reihe wichtiger politischer Treffen. Doch wie empfängt Frankreich seine europäischen Partner? Wie groß ist die Bedeutung dieser Zusammenkünfte wirklich? Frankreich erleben verfolgte 48 Stunden lang das Geschehen während des Forum Européen du Tourisme, das am 18. und 19. September in Bordeaux stattfand.

Luxushotels

Les Palaces, rosige Zeiten für Pariser Luxusherbergen

> Ausgabe Nr. 18 

Es gibt Hoteliers, die haben das Wort «Krise» aus ihrem Sprachschatz gestrichen. So die Besitzer der Palaces, wie die Luxushotels der französischen Hauptstadt heißen, die sich seit Jahren an außergewöhnlichen Belegungsraten und hohen Zimmerpreisen erfreuen können. Schon das Ausnahmejahr 2000 galt in der Branche als außergewöhnlich gut. Und auch 2008 setzt sich der positive Trend fort. Den lukrativen Kuchen teilen sich zurzeit jedoch gerade einmal sieben Häuser, weitere Investoren und Hotelketten stehen aber bereits in den Startlöchern.

Umweltschutz

Prämiensystem löst Ökoboom beim Autokauf aus

> Ausgabe Nr. 17 

Bonus-Malus, so heißt das neue Prämiensystem, das Anfang des Jahres von der französischen Regierung ins Lebengerufen wurde und den Kauf sparsamer und damit umweltschonender Autos fördern soll. Diese Maßnahme zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes hat inzwischen die Kaufgewohnheiten der Franzosen geradezu revolutioniert. Kleine Autos sind sogefragt wie noch nie, während die großen Spritfresser zu Ladenhütern werden. Wegen des durchschlagenden Erfolgs wird inzwischen die Ausweitung des Prinzips auf andere Produktgruppen diskutiert.

Reform der Streitkräfte

Ein Truppenabzug, der schmerzt

> Ausgabe Nr. 17 

Schon seit einigen Monaten sollte die Reform verkündet werden. Diesen Sommer war es dann endlich soweit: Der Premierminister François Fillon und der Verteidigungsminister Hervé Morin präsentierten ihren Plan zur Modernisierung der Streitkräfte, der vor allem zahlreiche Kasernenschließungen sowie die Streichung von mehr als 50.000 Arbeitsplätzen zur Folge hat. Eine Nachricht, die für manche Regionen schwerwiegende wirtschaftliche Konsequenzen befürchten lässt und bei Lokalpolitikern für Unruhe sorgt.

Forstwirtschaft

Sind Frankreichs Wälder in Gefahr?

> Ausgabe Nr. 16 

In 200 Jahren hat sich die bewaldete Fläche in Frankreich verdoppelt und wuchs jedes Jahr um rund 40.000 Hektar. Heute breiten sich auf mehr als einem Viertel der Landesfläche Wälder aus. Die Forstwirtschaft sorgt dabei für rund eine halbe Million Jobs. Doch eine Reform könnte diese fantastische Bilanz nun ernsthaft in Gefahr bringen.

Taxigewerbe

Eine Reform lässt auf sich warten

> Ausgabe Nr. 15 

Schon oft gab es einen Anlauf, das Taxigewerbe zu reformieren. Doch bis jetzt ist noch jede Regierung am militanten Widerstand der Taxifahrer gescheitert. Dabei wissen auch sie, dass eine Reform langfristig unausweichlich ist. Eine Situationsanalyse.

Kaufkraft

Leere Portemonnaies: Billigprodukte als Gegenstrategie?

> Ausgabe Nr. 14 

Die Franzosen beklagen allgemein eine schwindende Kaufkraft. Die Frage nach dem realen Wert des verfügbaren Einkommens ist in Umfragen bereits zur größten Sorge der Menschen geworden, sogar noch vor der Angst vor Arbeitslosigkeit. Die Regierung ist gefordert, Antworten auf dieses Problem zu finden. Ein Lösungsansatz wird darin gesehen, das Angebot von Billigprodukten zu fördern.

Verfassungsrat

Chiracs neuer Job

> Ausgabe Nr. 13 

Der Conseil Constitutionnel ist ein Garant für die Einhaltung der französischen Verfassung. Seine regulären Mitglieder, die Weisen, sind der Unabhängigkeit verpflichtet. Gemäß der Verfassung der Fünften Republik haben ehemalige Präsidenten aber einen Anspruch darauf, ebenfalls einen Sitz im Verfassungsrat einzunehmen. Jacques Chirac übt dieses Recht aus und gehört offiziell seit dem 15. November dieser Institution an. Obwohl dies zwar von der Verfassung so vorgesehen ist, stellt der Vorgang ein Novum dar und bringt die Gewohnheiten des französischen Politikalltags durcheinander.

Alain Juppé

Interview mit dem Bürgermeister von Bordeaux

> Ausgabe Nr. 13 

Der gebürtig aus den Landes stammende Alain Juppé ist nicht nur Bürgermeister von Bordeaux, sondern auch einer der großen Namen der französischen Politik. Eine Gerichtsentscheidung Ende 2004 zwang ihn jedoch, alle politischen Ämter niederzulegen, auch seine Tätigkeit als Bürgermeister von Bordeaux. Im Oktober 2006 wurde er mit 56,24 Prozent der Stimmen erneut zum Bürgermeisterder Stadt gewählt. Seitdem konzentriert er sich ganz darauf, Bordeaux weitervoranzubringen. Wir treffen Alain Juppé in seinem Büro im Rathaus der Stadt.

Bernard Kouchner

Ein Politiker mit Prinzipien

> Ausgabe Nr. 12 

Der Lebenslauf von Bernard Kouchner ist einer der erstaunlichsten unter Frankreichs Politikern, und auch sein Erfahrungsschatz ist außergewöhnlich groß. Von den Barrikaden im Mai 1968 über die Mitgliedschaft der kommunistischen und später der sozialistischen Partei schlägt sein Herz bis heute politisch links. Dennoch findet er sich seitden letzten Wahlen auf Anfrage des konservativen Nicolas Sarkozy als Außenminister in einer rechten Regierung wieder.

Politikstil

Frischer Wind im Elysée-Palast

> Ausgabe Nr. 11 

Mit der Wahl von Nicolas Sarkozy zum Staatsoberhaupt entdecken die Franzosen einen neuen Politikstil. Sowohl seine Anhänger als auch seine Gegner hören nicht auf, über die Veränderungen der letzten Wochen zu sprechen. Auch die Medien greifen dieses Thema gerne auf und sinnieren über die Entwicklung der französischen Gesellschaft. Doch handeltes sich um eine nachhaltig neue Politik oder nur um eine geschickte Kommunikationsstrategie? Niemand kann diese Frage heute genau beantworten.

Belfort-Burkina Faso

Ein Departement engagiert sich in Afrika

> Ausgabe Nr. 11 

Es hätte die banale Geschichte einer Partnerschaft zwischen einem französischen Departement und einem afrikanischen Staat bleiben können. Ein weiterer Versuch, mit einem Stück Kolonialgeschichte abzuschließen. Stattdessen entstand eine sowohl auf humanitärer als auch administrativer Ebene beispielhafte Beziehung, die sich auf einem echten Know-how-Austausch zwischen den beiden Partnern gründet. Es ist die Geschichte eines einzigartigen Bandes, das Burkina Faso mit dem Territoire de Belfort verbindet.

Jacques Chirac

Eine Ära geht zu Ende

> Ausgabe Nr. 10 

Zwölf Jahre lang lenkte Jacques Chirac die Geschicke Frankreichs in der Welt. Am 16. Mai übergab er das höchste Amt im Staat an seinen Nachfolger Nicolas Sarkozy und fuhr anschließend als Privatmann zu seinem neuen Zuhause am linken Ufer der Seine. An diesem Tag ging nicht nur die Amtszeit eines Präsidenten, sondern eine politische Ära zu Ende. Ein Rückblick.

Pierre & Vacances

Der Erfolg eines Geschäftsmanns, der nicht Pierre heißt...

> Ausgabe Nr. 10 

Die Gruppe Pierre & Vacances gehört zu den Vorzeigeunternehmen der französischen Tourismusindustrie und ist mit einem Umsatz von 1,4 Milliarden Euro und einem Gewinn von fast 100 Millionen Euro der führende europäische Anbieter von Ferienwohnungen. Das Konzept, die Bereiche Immobilienentwicklung und Tourismus miteinander zu verbinden, revolutionierte die Branche. Eine Begegnung mit Gérard Brémond, dem Gründer und Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens.

Medien und Politik

Ein ambivalentes Verhältnis

> Ausgabe Nr. 9 

In Wahlkampfzeiten, wie zur aktuellen Präsidentschaftswahl, taucht immer wieder die Frage nach der Verbindung zwischen Medien und Politik auf. Jede Demokratie steht vor der Herausforderung, das richtige Gleichgewicht zu finden. In Frankreich erscheint das Verhältnis allerdings als besonders eng und ambivalent. Eine Situationsanalyse.

Wahlkampf

Präsidentschaftswahlkampf im neuen Look

> Ausgabe Nr. 8 

Wie es sich für eine ordentliche Wahl gehört, geht auch der kommenden Präsidentschaftswahl am 22. April und 6.Mai ein lebhafter Wahlkampf voraus. Wie immer erklären Kandidaten ihr Programm und versuchen, sich von ihren Kontrahenten abzusetzen. Doch dieses Mal ist einiges anders, und die Franzosen entdecken eine neue Art der Kampagne, vielleicht gar der Politik. Bleibt nur die Frage, ob die Wahlberechtigten durch diesen Trend wirklich erreicht werden.

Rechtsextremismus

Die unterschätzte Gefahr?

> Ausgabe Nr. 7 

Bei der letzten Präsidentschaftswahl im Jahre 2002 gab es ein böses Erwachen, das das ganze Land erschütterte: Jean-Marie Le Pen, der Führer der rechtsradikalen Front National, hatte sich zum ersten Mal in der Geschichte mit 16,86 Prozent der Stimmen in der ersten Runde für den zweiten Wahlgang qualifiziert. Es kam somit im zweiten Wahlgang zu einem Duell zwischen Jacques Chirac und Jean-Marie Le Pen. Doch wie hat sich seitdem die Macht der Rechtsextremen in Frankreich entwickelt? Kann es 2007 zu einer Wiederholung dieses Schreckensszenarios kommen?

Mineralwasser

Frankreich, Land des Mineralwassers

> Ausgabe Nr. 7 

Die Nahrungsmittelindustrie ist mit einem Umsatz von 139,7 Milliarden Euro im Jahr 2005 der wichtigste Industriesektor in Frankreich. Damit steht Frankreich an erster Stelle in Europa, ganz knapp vor Deutschland. Innerhalb der Branche ist der französische Mineralwassermarkt besonders dynamisch. Man schätzt, dass in Frankreich mehr als 30.000 Arbeitsplätze in diesem Sektor geschaffen wurden. Eine Bereicherung für Frankreichs Wirtschaft, die sich auch positiv auf das internationale Image des Landes auswirkt.

Parti Socialiste

Parti Socialiste vor dem Wahljahr 2007: Und sie bewegt sich doch!

> Ausgabe Nr. 6 

Seit einigen Monaten scheint Frankreich in der politischen Ungewissheit zu erstarren. Jeder versucht, die kleinste Bemerkung oder Geste seines politischen Gegners zu deuten. Alle Parteien sind davon betroffen, eine jedoch ganz besonders: die derzeit größte Oppositionspartei, die Parti Socialiste (PS). Ihr Ziel ist hoch: 2007 die Präsidentschaftswahl zu gewinnen. Doch der Weg ist steinig. Parteiinterne Querelen, persönliche, sich gegenüberstehende Ambitionen einiger Spitzenpolitiker, nichts scheint der Partei zurzeit erspart zu bleiben.

Kommunen

Die Liebe zur Gemeinde oder wie eine Kommune um ihren Fortbestand kämpft

> Ausgabe Nr. 6 

In Frankreich ist sie die «kleinste Einheit» des Staatsgebietes: die Gemeinde bzw. Kommune. Sie ist den Franzosen heilig: Am 1. Januar 2006 gab es in Frankreich 36.785 Kommunen - ein europäischer Rekord. Diese Gebietszersplitterung aber bereitet Probleme in Zeiten, wo ein territoriales Modell für Europa gesucht wird. Die folgende, nicht alltägliche Geschichte aus der kleinen Gemeinde Sainte-Marie-sur-Mer im Departement Loire-Atlantique verdeutlicht die enge Verbundenheit der Franzosen zu ihrer Gemeinde.

Bio Sorelia

Eine kleine Nuss erobert das Herz der Franzosen oder wie die Franzosen ein Bioprodukt entdecken

> Ausgabe Nr. 5 

Dass Frankreich Deutschland hinterherhinkt, wenn es um die Herstellung und Anwendung biologischer oder umweltschonender Produkte geht, ist bekannt. Doch inzwischen haben die Franzosen begonnen, diesen Rückstand aufzuholen. Das kleine Unternehmen Bio-Sorelia hat seinen Sitz in der Nähe von Chartres. Ganz allein tritt es mit seinem alternativen, umweltverträglichen Produkt, einer Waschnuss, gegen die Waschmittelindustrie an. Porträt eines nicht alltäglichen Unternehmens.

Tour de France

Wenn das Fahrrad zum Wirtschaftsfaktor wird

> Ausgabe Nr. 4 

Die Tour de France ist nicht nur ein wichtiges Sportereignis, sondern auch ein regelrechter Wirtschaftsfaktor, der Jahr für Jahr eine ganze Branche ernährt. Nach 1951, 1958, 2000 und 2003 wird die Tour am 11. Juli dieses Jahres zum fünften Mal in ihrer Geschichte durch die Stadt Dax führen. Der im Departement Pyrénées-Atlantiques gelegene Ort bildet das Etappenziel der Strecke Bordeaux-Dax. Jacques Forté, Bürgermeister von Dax, spricht über die wirtschaftliche Bedeutung einer solchen Veranstaltung für seine Stadt.

Léon Bertrand

Exklusiv-Interview mit Frankreichs Minister für Tourismus

> Ausgabe Nr. 3 

Léon Bertrand wurde 1951 als Sohn eines kreolischen Vaters und einer indianischen Mutter in Saint-Laurent-du-Maroni in Französisch-Guyana geboren. Der Enkel eines verbannten Sträflings ist heute französischer Tourismusminister und empfängt Frankreich erleben in seinem Pariser Amtssitz.

Vorstadt

Unruhen, eine Situationsanalyse

> Ausgabe Nr. 2 

26. Oktober 2005 - alles beginnt mit einem tragischen Vorfall, der wahrscheinlich überall in der Welt passieren könnte: Zwei Jugendliche sterben bei der Flucht vor der Polizei. Doch dieses Mal wurde daraus mehr als eine kurze Nachricht - Frankreich erlebte eine seiner schwersten Krisen der letzten Jahre. Es lässt sich nicht mehr verbergen: Frankreich hat ein Problem mit seinen Vorstadt-Ghettos. Doch wie ist es dazu gekommen?

Plumpy Nut

Wunderriegel aus der Normandie gegen den Hunger der Welt

> Ausgabe Nr. 2 

In Europa ist Plumpy Nut einweitgehend unbekanntes Produkt. Dabei würde dieser kleine Wunderriegel auf der Basis von Erdnussbutter alle Aufmerksamkeit verdienen. Tausende von Kindern in Entwicklungsländern werden dank seiner vor dem Hungertod gerettet. Entdeckt wurde Plumpy Nut von einem kleinen Familienunternehmen in der Normandie, wo er auch immer noch produziert wird.

Nicolas Sarkozy

Ein Politiker mit dem Willen zur Macht

> Ausgabe Nr. 1 

Nicolas Sarkozy ist Innenminister und Parteivorsitzender der UMP, der großen konservativen Volkspartei in Frankreich. Dieser Mann erstaunt alle. Manches Mal ist das Erstaunen leidenschaftlicher Natur, meist jedoch ruft es ein entnervtes Stirnrunzeln hervor. Eines wird jedoch nie mit ihm in Verbindung gebracht: gleichgültiges Schulterzucken, da er niemanden kalt lässt.

Deutsch-französisches Geschichtsbuch

Leihst Du mir Dein Geschichtsbuch?

> Ausgabe Nr. 1 

Am 23. Januar 2003, anlässlich des 40. Jahrestages des Elysée-Vertrages, der den Grundstein für die deutsch-französische Versöhnung bildete, haben Vertreter beider Regierungen ein politisch einmaliges Projekt initiiert: die Konzeption eines gemeinsamen Geschichtslehrbuchs für französische und deutsche Schüler. Was ist zwei Jahre später aus dieser wunderbaren Idee geworden: Utopie oder Realität?

Anne Hidalgo

Interview mit der starken Frau an der Seite des Pariser Bürgermeisters

> Ausgabe Nr. 1 

Im März 2001 fand in Paris eine kleine politische Revolution statt. Nach 24 Jahren konservativer Herrschaft wurde Bertrand Delanoë (Parti Socialiste) als Bürgermeister der französischen Hauptstadt gewählt. Anne Hidalgo, 46 und Mutter dreier Kinder, ist als Erste Stellvertreterin des Bürgermeisters die starke Frau an seiner Seite. Wir trafen Anne Hidalgo für ein Interview über Paris und ihr politisches Wirken.

Billigfluggesellschaften

Nach Frankreich zum Schnäppchenpreis

> Ausgabe Nr. 1 

Amsterdam für 29 Euro, Rom für 19 Euro oder Mailand für 9,99 Euro. Seitdem Billigfluggesellschaften den etablierten Fluggesellschaften das Fürchten lehren, purzeln die Preise und die Kunden freuen sich. Frankreich blieb jedoch lange ein mehr oder weniger weißer Fleck auf dem Streckennetz der von Deutschland aus operierenden Low-Cost-Airlines. Eine Bestandsaufnahme.