Kultur & Kunst

Kultur

1977-2017: Centre Pompidou, 40 Jahre und immer noch überraschend 

> Ausgabe Nr. 61

Am 31. Januar 1977 öffnete in Paris ein Kulturzentrum eines ganz neuen Genres zum ersten Mal seine Türen: das Centre Pompidou. Vor allem seine wagemutige Architektur – noch dazu im Herzen von Paris – rief, kaum war es fertiggestellt, Kommentare der Empörung hervor. Doch die Zeit ging ins Land – 40 Jahre sind es mittlerweile –, und dieses Gebäude, das heute eine der bedeutendsten Sammlungen moderner Kunst auf der ganzen Welt beherbergt, hat in dieser Zeit mehr als 100 Millionen Besucher provoziert, überrascht, in seinen Bann gezogen und oft auch berührt. Ein schöner Erfolg! Um diesen Geburtstag gebührend zu feiern, haben die Verantwortlichen des Centre Pompidou ambitionierte Pläne: In einer Zeit, in der Teilen hoch im Kurs steht, teilt es die Werke seiner Sammlung mit 40 Städten in ganz Frankreich, um dort im Verlauf des Jahres 2017 insgesamt 50 Ausstellungen und Veranstaltungen durchzuführen. Durch Frankreich wird also ein frischer kultureller Wind wehen. 

Musik:

Das unglaubliche Vermächtnis von Maurice Ravel

> Ausgabe Nr. 60

Die Werke des französischen Komponisten Maurice Ravel (1875-1937) gehören zu den meistgespielten der Welt. Man schätzt, dass sein berühmter Bolero alle zehn Minuten irgendwo auf der Erde aufgeführt wird. Ein Erfolg, der gigantische Urheberrechtsvergütungen nach sich zieht. Genaueres über deren Höhe zu erfahren, ist allerdings unmöglich. Die Anspruchsberechtigten, die in keiner verwandtschaftlichen Beziehung zum Komponisten stehen, haben daraus eines der bestgehüteten Geheimnisse im Bereich der klassischen Musik gemacht. Doch am 1. Mai ist der Bolero Gemeingut geworden. Jeder hat seitdem also das Recht, das Stück lizenzfrei aufzuführen. Die bisherigen Bezieher der Tantiemen versuchen, sich dem zu widersetzen. Bis jetzt ohne Erfolg. Abgesehen von diesen Streitigkeiten wurde nun allerdings durch einen Vorfall das Vermächtnis von Maurice Ravel als solches ins Licht der Öffentlichkeit gerückt, und dabei wurde offensichtlich, dass dies eine höchst seltsame Geschichte ist.

Interview

Maren Kroymann

> Ausgabe Nr. 56

Für ihre Arbeit als Satirikerin, Schauspielerin, Sängerin und Entertainerin bekam Maren Kroymann in diesem Jahr den Ehrenpreis des baden-württembergischen Kleinkunstpreises und 2014 als erste Frau den Sonderpreis « Reif und bekloppt » des Prix Pantheon. 1949 geboren, wuchs sie als Professorentochter in Tübingen auf, studierte Englisch und Französisch und spielte schon als Studentin im Zimmertheater in Tübingen. In den 1990er-Jahren hatte sie als erste Frau in der ARD ihre eigene Satiresendung « Nachtschwester Kroymann ». Sie trat in Fernsehserien wie « Oh Gott, Herr Pfarrer », « Mein Leben und ich », « Eichwald, MdB » und Doris Dörries « Klimawechsel » auf und war in den Kinofilmen wie « Das Superweib », « Maria, ihm schmeckt’s nicht », « Das Fremde in mir » und « Verfolgt » zu sehen. Mit Frankreich erlebensprach sie über ihre Zeit in Paris, ihr aktuelles Programm, die Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich und warum die Quote für Frauen im Fernsehen wichtig ist.

Neue Museen

Museumseröffnungen wie am Fließband

> Ausgabe Nr. 54

In einer Zeit, in der in Frankreich überall der Rotstift angesetzt wird und der Gürtel enger geschnallt werden muss, wirkt die Kulturpolitik des Landes paradox: Niemals zuvor gab es so viele Museumseröffnungen wie in letzter Zeit bzw. stehen so viele Neueröffnungen an. Hinzu kommt, dass es sich meist um Museen handelt, die in architektonisch spektakulären Gebäuden eröffnen, die viele Millionen Euro Baukosten verschlingen. Gleichzeitig sind diese neuen kulturellen Leuchttürme im Land wichtige Wirtschaftsfaktoren, so dass die Politik am Ende vielleicht weniger paradox ist, wie dies auf den ersten Blick erscheint. Ein Überblick über die letzten und kommenden Museumseröffnungen.    

Künstlerdörfer

10 Künstlerdörfer zum Verlieben 

> Ausgabe Nr. 54

Frankreich ist stolz auf seine Kultur. Als zentralistisch geprägtes Land spielt sich ein Großteil der kulturellen Höchstleistungen allerdings in der Hauptstadt ab. Das ist heute trotz diverser Dezentralisierungsbemühungen nicht grundlegend anders als in der Vergangenheit. Paris ist kulturell gesehen unverändert the place to be. Trotzdem zog es namhafte Künstler auch schon immer in die Provinz. Sei es für ein paar Tage, einen Sommer oder gleich mehrere Jahre. Sie waren auf der Suche nach unberührten Landschaften, besonderen Farben oder dem authentischen einfachen Leben. Einige Dörfer im Land konnten sich regelrecht den Ruf einer Künstlerkolonie aufbauen. Manchmal zogen sie sogar mehrere Generationen von Künstlern an. Heute ist diese Vergangenheit als Mekka der Kunst ein wichtiger Trumpf im Wettbewerb um Touristen. Viele unter ihnen bieten zudem ein sehenswertes architektonisches Erbe. Picasso, van Gogh, Chagal & Co. hatten schließlich Geschmack.

Musée Soulages Rodez

In der Heimat von Pierre Soulages

> Ausgabe Nr. 54

Rodez mag zwar eine Hauptstadt sein, die des Departements Aveyron, dies ändert aber nichts daran, dass die 25.000 Einwohner zählende Stadt ein verschlafenes Provinznest ist. Rodez liegt schlicht zu weit entfernt von den großen Transitrouten und Ballungsräumen Frankreichs. Selbst die nächste Autobahn ist viele Kilometer entfernt und nur mühsam über kurvige Landstraßen zu erreichen. Seit letztem Sommer gibt es aber einen stichhaltigen Grund, trotzdem den Weg nach Rodez auf sich zunehmen: In der Heimat von Pierre Soulages eröffnete ein Museum über diesen großen französischen Maler, der die Farbe Schwarz über alles liebt. 

Louvre

Wie Mona Lisa & Co. den Krieg überlebten

> Ausgabe Nr. 50 

Es ist eine der eher weniger bekannten Geschichten des Zweiten Weltkrieges: 1939 wurden fast 4.500 Kunstwerke, darunter die Mona Lisa, die Nike von Samothrake und die Venus von Milo, aus dem Louvre in Sicherheit gebracht. Unter abenteuerlichen Bedingungen transportierte man die kostbarsten Exponate des Museums in möglichst vor Bombenangriffen geschützte Verstecke, die sich übers ganze Land verteilten. 62 geheime Depots entstanden. Dank dieser Aktion überlebten die Ausstellungsstücke die Wirren des Krieges unbeschadet, bevor sie 1945 ins weltberühmte Museum zurückkehrten. Eine unglaubliche Geschichte, die nun auch die Vorlage für einen Film bietet, der demnächst in die Kinos kommen wird.

Musée Matisse

Kunstgenuss auf dem platten Land

> Ausgabe Nr. 47 

Völlig unerwartet befindet sich im Departement Nord eine Autostunde südöstlich von Lille in einem nur 7.000 Einwohner zählenden Dorf ein Kunstmuseum von internationalem Rang: das Musée Matisse in Le Cateau-Cambrésis. Jedes Jahr zieht es zehnmal mehr Besucher an, als der Ort Einwohner hat. Gezeigt werden zahlreiche Werke von zwei bekannten Söhnen der Kommune, Henri Matisse und Auguste Herbin, sowie das Vermächtnis des Kunstkritikers, Kunstsammlers und Verlegers Stratis Eleftheriadis, bekannt unter dem Namen Tériade. Dieses Museum allein rechtfertigt jede Reise in den Norden Frankreichs.

Götz Alsmann

Götz Alsmann in Paris

> Ausgabe Nr. 46 

Prof. Dr. Götz Alsmann ist Musiker und Entertainer, hat eine eigene Musiksendung im WDR-Radio und moderiert im WDR-Fernsehen die Grimme-Preis-gekrönte Sendung « Zimmer frei ». Sein aktuelles Album, mit dem er jetzt auf Deutschlandtournee ist, heißt « Götz Alsmann in Paris ». Auf der CD präsentiert er mit seiner Band französische Chansons der 1930er- bis 1960er-Jahre, unter anderem Lieder von Charles Trenet, Yves Montand, Dalida, Henri Salvador und Jean Sablon. Der Titel ist wörtlich zu nehmen. Das Album wurde in Paris produziert und bereits mit dem Echo in der Kategorie « Jazzsänger national » ausgezeichnet. Über die Arbeit in Paris, französische Musik und Klischees sprach er mit uns.

Patricia Kaas

Französische Chansonsängerin mit deutschen Wurzeln

> Ausgabe Nr. 45 

50 Jahre nach dem Tod von Edith Piaf traut sich eine andere große französische Sängerin, Patricia Kaas, der legendären Chansonsängerin mit dem Album « Kaas chante Piaf » und der gleichnamigen Welttournee ein musikalisches Denkmal zu setzen. Das Publikum lernt dabei ganz neue Talente von Patricia Kaas kennen, die es auf bewundernswerte Weise schafft, die Lieder von Edith Piaf zu respektieren, ohne den eigenen Stil aufzugeben. Wir haben Patricia Kaas im Grand Hôtel von Bordeaux am Tage nach ihrem Konzert in der Weinmetropole getroffen, dem 47. von insgesamt 150 Auftritten, und mit ihr über diese Tournee, ihre Karriere und ihre Verbundenheit zu Deutschland gesprochen.

Museen

Frankreichs Museen auf der Überholspur

> Ausgabe Nr. 45

Jedes Jahr das gleiche Phänomen: Die Besucherzahlen in Frankreichs Museen steigen und steigen. 2011 galt bereits als historisches Spitzenjahr. Und 2012? Der Rekord wurde erneut gebrochen! Wie erklärt es sich, dass sich Frankreichs Museen einer derart zunehmenden Beliebtheit erfreuen? Wie besonders ist die Situation jenseits des Rheins wirklich?

ST-ART

Eine Kunstmesse zwischen den Welten

> Ausgabe Nr. 38 

Die Straßburger Kunstmesse ST-ART, die letzten November bereits zum 16. Mal stattfand, etabliert sich zunehmend zu einer der großen Messen der zeitgenössischen Kunst auf dem europäischen Kontinent. Als zweitälteste Kunstmesse Frankreichs lockt sie rund 100 Galerien, davon gut 40 Prozent aus dem Ausland, sowie um die 30.000 Besucher an. ST-ART versteht sich ausdrücklich als eine Messe für jedermann und für alle modernen Kunstformen, sei es Fotografie, Malerei, Videokunst oder Bildhauerei. Auch viele Deutsche besuchen die Messe. Es wäre daher interessant zu erforschen, ob Deutsche und Franzosen vielleicht einen unterschiedlichen Bezug zur modernen Kunst besitzen.

Céret & Collioure

Zwei Dörfer im Fokus der Kunst

> Ausgabe Nr. 37 

Die Landschaften Südfrankreichs inspirierten schon immer zahlreiche Künstler. Picasso, Matisse, Chagall oder Dufy, um nur die bekanntesten Namen zu zitieren, sie alle sind dem Charme des Südens erlegen gewesen. Zwei Dörfer südlich von Perpignan unweit der spanischen Grenze haben dabei eine ganz besondere Anziehungskraft ausgeübt: Céret und Collioure. Dort fanden die Maler nicht nur eine inspirierende Umgebung vor, sondern auch Einheimische, die sie mit offenen Armen empfingen und sich gegenüber ihrer Kunst neugierig zeigten. Bis heute hat sich dieses Interesse an der Kunst gehalten, so dass Céret und Collioure zu Recht als echte Künstlerdörfer gelten.

Musée Rodin

Der Charme eines Künstleranwesens mit einzigartigem Garten

> Ausgabe Nr. 35 

Im ruhigen 7. Arrondissement unweit von Invalidendom und Eiffelturm befindet sich eines der schönsten und romantischsten Museen der französischen Hauptstadt. Es ist ganz dem Bildhauer und Zeichner Auguste Rodin (1840-1917) gewidmet und präsentiert in einem herrschaftlichen Stadtpalais aus dem 18. Jahrhundert und einem wunderschönen Garten die Werke des Künstlers, darunter «Der Denker» und «Die Bürger von Calais».

Französisches Historisches Museum

Ein Projekt schlägt hohe Wellen

> Ausgabe Nr. 31 

Georges Pompidou hinterließ ein heute weltbekanntes Museum für moderne Kunst, François Mitterrand die neue Nationalbibliothek und Jacques Chirac sein Musée des Arts Premiers. Nicolas Sarkozys Ansinnen, ein Französisches Historisches Museum aus der Taufe zu heben, könnte also schlicht als Versuch interpretiert werden, sich wie seine Vorgänger mit einem kulturellen Prestigeprojekt in der französischen Hauptstadt zu verewigen. Doch dieses Vorhaben ruft seit Monaten ungewöhnlich großen Widerspruch hervor. Dabei wird vor allem der politische Ansatz hinter diesem Vorhaben kritisiert, so dass das geplante Museum längst selbst zu einem Politikum geworden ist.

Pariser Philharmonie

Wenn Politik von der Realität eingeholt wird

> Ausgabe Nr. 31 

Nicht nur Hamburg hat mit seiner Elbphilharmonie ein Kostenproblem. Ähnlich geht es beim Bau der neuen Pariser Philharmonie zu, dessen Kosten ebenfalls aus dem Ruder laufen. In Zeiten, in denen der Staat an allen Enden sparen muss, ist die Fertigstellung des Vorhabens trotz erfolgtem Baubeginn ungewisser denn je, was auch Auswirkungen auf andere kulturelle Prestigeprojekte im Land und den Ruf des Staatspräsidenten hat.

Kinoerfolg

Zurück bei den Sch'tis: Eine Kleinstadt und ihr Filmruhm

> Ausgabe Nr. 30 

Bevor « Willkommen bei den Sch'tis », der erfolgreichste französische Film, den es je gab, in die Kinos kam, war Bergues ein kleines verschlafenes Städtchen in Nordfrankreich unweit der belgischen Grenze. Die einstige Ruhe ist seitdem vorbei und Reisebusse mit neugierigen Besuchern steuern den Ort regelmäßig an. Wie sehen die Einheimischen den neuen Hype um ihre Heimat? Wir fuhren zu den Sch'tis und fragten nach.

Jean Cocteau an der Côte d'Azur

Jean Cocteau zwischen Nizza und Menton

> Ausgabe Nr. 28 

Es gibt Künstler, die stehen nicht für eine Kunst oder eine Kunstrichtung, sondern für die Kunst an sich. Jean Cocteau ist so einer. Sein Werk ist derart vielseitig, dass es als Synonym für die französische Kunst des frühen 20. Jahrhunderts gelten kann. Wer ein solches Werk hervorbringt, lebt intensiv und sein Geist braucht ästhetische Nahrung. Wo findet er die am ehesten, wenn nicht unter dem sonnenblauen Himmel der Côte d'Azur? Eine Reise auf den Spuren Jean Cocteaus zwischen Nizza und Menton.

Die afrikanische Seele von Paris

Interview mit Alain Mabanckou

> Ausgabe Nr. 27 

Ein urkomische Roman erzählt vom Leben der Afrikaner in Paris, ihrer Suche nach Glück und der großen Liebe: « Black Bazar » von Alain Mabancko. Dieses wunderbare, feinsinnige Buch über die alltäglichen Vorurteile - auch und vor allem über die der Einwanderer untereinander - lässt den Leser immer wieder schallend lachen und macht neugierig auf den Autor. Wir trafen den Alain Mabanckou zu einem Gespräch.

Fotostudio Harcourt

Un certain regard

> Ausgabe Nr. 26 

Es ist eine wahre Institution in Frankreich, das Studio Harcourt. In den letzten 75 Jahren stieg jeder, der Rang und Namen hatte, alle Berühmtheiten des Landes und so mancher (anonym bleibender) Vermögender die Stufen zu jenem legendären Haus im 16. Arrondissement hinauf, um sich die Dienste des Fotostudios zu sichern, das in Frankreich einen schon fast mythischen Ruf hat. Das Studio Harcourt ist zugleich Zeuge der Geschichte Frankreichs wie auch der Entwicklung der Gesellschaft und steht heute für nichts weniger als für « un certain regard » (dt. einen besonderen Blick) und eine ganz eigene französische Tradition der Fotografie.

Museen

Neue Zeitalter für Frankreichs Museen

> Ausgabe Nr. 25 

Kulturelle Angelegenheiten nimmt man in Frankreich nicht auf die leichte Schulter. Seitdem das Land 1959 als einer der ersten Staaten der Welt einen Kulturminister berief, spielt dieser Politikbereich eine wichtige Rolle im Bewusstsein der Bevölkerung. Daher ist es wahrscheinlich kaum erstaunlich, dass auch während der aktuellen Wirtschaftskrise große Museumsprojekte unbeirrt fortgesetzt werden. Es gibt aber auch einige nennenswerte Veränderungen in letzter Zeit: So konzentrieren sich mit der Errichtung spektakulärer Dependancen berühmter Pariser Museen wie der des Louvre in Lens und der des Centre Pompidou in Metz die Investitionen erstmals nicht mehr auf die Hauptstadt. Außerdem halten wirtschaftliche Überlegungen zunehmend Einzug in den allgemeinen Museumsbetrieb.

Pierre Soulages

Der Mann, der das Schwarz leuchten lässt

> Ausgabe Nr. 25 

Schwarz ist das Thema seines Lebens. Pierre Soulages untersucht sein Leben lang in abstrakten Gemälden, welch verblüffender Reichtum die Farbe Schwarz enthält. Dieser Tage widmet das Pariser Centre Pompidou dem Maler, der am 24. Dezember 2009 seinen 90. Geburtstag feierte, eine große Retrospektive. Eine gute Gelegenheit, mehr über den Mann zu erfahren, der als der größte lebende Maler Frankreichs gilt.

Sensationelle Austellung

Der Louvre im Zweiten Weltkrieg

> Ausgabe Nr. 22 

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegeswurde ein Großteil der Exponate des Louvre in die französische Provinz inSicherheit gebracht. Zurück blieb ein fast leeres Museum, das auf Anweisung derNazis weiterhin öffnen musste. In den Räumen des Museums sammelten die Besetzerim Verborgenen zudem die Beutekunst aus jüdischen Familien, bevor diese nachDeutschland gebracht wurde. Zum ersten Mal werden Fotografien aus französischenund deutschen Archiven zu diesem wenig bekannten Kapitel der Geschichte desMuseums einen ganzen Sommer lang in Paris gezeigt. Ein Muss für jedenGeschichts- und Kunstinteressierten.

Dalida

Die unsterbliche Ikone des französischen Chansons

> Ausgabe Nr. 20 

In Frankreich ist sie eine der Ikonen des Chansons und mehr als 20 Jahre nach ihrem Tod noch immer allseits verehrt: Dalida. Im deutschsprachigen Raum hingegen ist sie ein bisschen in Vergessenheit geraten. Dabei war sie in der Musikwelt jahrzehntelang ein absoluter Topstar. Zum 50. Jubiläum von Dalidas größtem deutschen Hit: « Der Tag als der Regen kam » sprachen wir mit ihrem Bruder über Dalida und ihre Beziehung zu Deutschland.

Françoise Sagan

Innere Einsamkeit und der Drang nach Freiheit

> Ausgabe Nr. 19 

Als Françoise Sagan 2004 starb, war sie die bekannteste französische Schriftstellerin weltweit. Ihre Bücher wurden in 22 Sprachen übersetzt und die Verkäufe überstiegen allein in Frankreich die 30-Millionen-Marke. Frankreich verlor mit ihr nicht nur eine bekannte Autorin, sondern eine Frau, die exemplarisch für das Lebens- und Freiheitsgefühl einer ganzen Generation stand. In Deutschland kommt dieser Tage der Film «Sagan» in die Kinos, was wir zum Anlass nehmen, an diese außergewöhnliche Frau zu erinnern.

Museumsboutiquen

Frankreichs Museen entdecken den Profit

> Ausgabe Nr. 19 

Die Museenvielfalt Frankreichs ist berühmt. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass sich die Museen mehr und mehr eines durchaus profitablen Geschäftsmodells bedienen, um über die Runden zu kommen. Museumsshops sind das Gebot der Stunde und bilden einen Wirtschaftssektor, dem eine glänzende Zukunft vorausgesagt wird.

Auf den Spuren von Cézanne

Unterwegs in Aix-en-Provence

> Ausgabe Nr. 18 

Er gilt als einer der bedeutendsten und teuersten Maler und ist für seine Porträts, Stillleben und Darstellungen der Sainte-Victoire-Berge in der Provence weltberühmt: Paul Cézanne. Zeit seines Lebens blieb er seiner Geburtsstadt treu, die heute das Erbe ihres berühmtesten Sohnes aufwendig pflegt. Ein Spaziergang auf den Spuren Cézannes in Aix-en-Provence.

Musée du Montparnasse

Ein Kleinod der Kunst

> Ausgabe Nr. 16 

Beinahe renditehungrigen Baulöwen zum Opfer gefallen strahlt das ehemalige Künstlerviertel von Montparnasse heute wieder im alten Glanz. Der Ort im 14. Arrondissement ist in ein innovatives Museumskonzept integriert worden. Abseits der Touristenströme lässt sich hier das Pariser Künstlerflair des vergangenen Jahrhunderts entdecken.

Französische Kultur

Es geht bergab. Oder?

> Ausgabe Nr. 15 

Die Schlagzeile hatte es in sich. Das «Ende der französischen Kultur» rief das amerikanische Time Magazine im vergangenen Herbst aus und druckte dazu das Bild des gerade verstorbenen Pantomimen Marcel Marceau. Aufs Ärgste provoziert, antwortete die französische Presse mit einer breiten Debatte über diese These, die in ihren Augen nichts anderes ist als ein veritabler Angriff auf das Heiligste der Franzosen überhaupt: ihre Kultur.

Dany Boon

Bienvenue chez les Ch'tis: Exklusivinterview mit dem Regisseur

> Ausgabe Nr. 15 

Der Regisseur Dany Boon ist ein Kind Nordfrankreichs. Sein erster Film «Bienvenue chez les Ch'tis» ist schon kurz nach seiner Premiere zu einem Kultwerk geworden und mit mehr als 15 Millionen Besuchern ein riesiger Überraschungserfolg. Regelmäßig applaudieren die Zuschauer am Ende der Vorführungen. Es ist ein Film, der Vorurteile überwinden hilft und das Verbindende zwischen den regionalen Eigenheiten eines Landes betont. Wir trafen Dany Boon zu einem Exklusivinterview in Bordeaux.

Kulturelle Prestigeprojekte

Naht das Ende einer Kulturpolitik um jeden Preis?

> Ausgabe Nr. 14 

Frankreich ist stolz auf seine kulturellen Vorzeigeeinrichtungen. Über Jahrzehnte hinweg liebten es vor allem die Präsidenten des Landes, sich durch den Bau bzw. die Renovierung von Museen oder anderen kulturellen Einrichtungen zu verewigen. Dies nahm derartige Ausmaße an, dass in Frankreich alleine in den letzten zehn Jahren rund 60 Projekte initiiert wurden. Nun hat der Rechnungshof Alarm geschlagen. Nach einem kürzlich veröffentlichten Bericht gilt diese Art der Kulturpolitik als wenig effizient. Die Fortführung dieses Politikstils steht auf der Kippe

Cité de l'Immigration

Ein notwendiges Museum

> Ausgabe Nr. 13 

Für das Gedenken an die Einwanderer gibt es in den USA Ellis Island vor den Toren New Yorks. Nun hat auch Frankreich sein nationales Zentrum der Geschichte der Einwanderung, das im Oktober 2007 in Paris eröffnet wurde. 15 Jahre der Planung sind vergangen, die von heftigen und polemischen Debatten begleitet wurden, um endlich dieses Museum ins Leben zu rufen, dessen Einweihung zu einem eigenen Politikum wurde.

Fondation Le Corbusier

Das Erbe eines polarisierenden Architekten

> Ausgabe Nr. 12 

Es ist kein Geheimnis, dass Le Corbusier zahlreiche Bauten in Frankreich hinterließ. Weniger bekannt ist allerdings, dass die Fondation Le Corbusier, die sein Erbe heute verwaltet, ihr Domizil versteckt in einer Sackgasse im 16. Arrondissement von Paris hat, und zwar in einer weißen Villa, wie sie für die Anfangsjahre des berühmten Architekten typisch waren. Eine Hälfte des Doppelhauses steht heute Besuchern offen.

Boulevardtheater

Au théâtre ce soir, sieben selten gestellte Theaterfragen

> Ausgabe Nr. 11 

Wie wohl in jedem Bereich gibt es auch in dem des Theaters Fragen, die man sich entweder immer schon stellte und nie zu fragen wagte, oder auf die man gar nicht erst kommen würde. Wir haben uns für Sie dieses Themas angenommen.

La Piscine

Ein Schwimmbecken als Eintrittskarte in die Welt der Kunst

> Ausgabe Nr. 10 

Machen Sie den Test. Jeder, der schon einmal vom La Piscine Musée d'Art et d'Industrie André Diligent in Roubaix gehört hat, wird Ihnen sicherlich voller Verwunderung über dieses schöne Kleinod inmitten einer rauen Industrielandschaft erzählen. Aber ist es wirklich erstaunlich, an so einem Ort ein so außergewöhnliches Museum vorzufinden? Gerade der enorme kulturelle Reichtum einer Arbeiterbewegung und der Textilbranche, für die diese Region im Norden Frankreichs berühmt war, begründet die Vielfalt dieses Museums.

Chanson

Neue französische Welle, was verbirgt sich hinter dem Begriff nouvelle scène?

> Ausgabe Nr. 9 

Zahlreiche junge französische Musikerinnen und Musiker haben die mittlerweile fast klassische Gattung des französischen Chansons für sich (wieder-)entdeckt und ihr neues Leben eingehaucht. In Frankreich spricht man von ihnen als den Vertretern der nouvelle scène. Um allerdings zu verstehen, was sich genau hinter diesem Schlagwort verbirgt, sollte man sich zunächst mit dem Begriff des Chansons beschäftigen.

Ernest Pignon Ernest

Retrospektive eines poetischen Künstlers

> Ausgabe Nr. 8 

Schon seit 30 Jahren plakatiert der Künstler Ernest Pignon Ernest aus Nizza seine Zeichnungen in den Straßen unserer Städte. Vielleicht sind Sie selbst schon einmal bei einem Bummel durch Paris, Avignon, Calais, Lyon, Neapel, Santiago de Chile oder anderswo auf seine Plakate gestoßen? Selten lassen sie Passanten unberührt. Ihre Vergänglichkeit ist Konzept. Zum ersten Mal zeigt eine Retrospektive in Evian das Lebenswerk dieses poetischen Künstlers, der mit seinem Wirken in unseren Alltag dringt.

Opéra National de Paris

Eine Bühne für das Publikum

> Ausgabe Nr. 7 

Faszination und Begeisterung. Oper - das ist die einzigartige Mischung aus Handlung und Musik, aus Illusion, Unterhaltung und gesellschaftlichem Ereignis, und das war immer schon viel mehr als «nur» Theater. Die besondere Bedeutung dieser repräsentativsten aller Theatergattungen schlägt sich nicht zuletzt in der Architektur der Opernhäuser nieder. Davon zeugen auf einzigartige Weise auch die beiden so gegensätzlichen Pariser Opernhäuser, die Opéra Garnier und die Opéra Bastille.

lille3000

Auf Lille 2004 folgt lille3000, die Verwandlung geht weiter

> Ausgabe Nr. 6 

Vor zwei Jahren feierte Frankreichs flämische Metropole unter der Bezeichnung «Lille 2004» als europäische Kulturhauptstadt ein fulminantes Fest der Kultur, das die gesamte Region dynamisierte. Nun will lille3000 diesen Erfolg fortsetzen und alle zwei Jahre ein neues Forum für die Kulturen der Welt und wichtige Zukunftsfragen bieten. Alle zwei Jahre wird dabei der Schwerpunkt auf ein anderes geografisches Thema gelegt. Den Anfang macht in diesem Jahr Indien, aber auch Finnland ist vertreten. 2008 soll der Blick dann nach Osteuropa schweifen...

Maison de Balzac, Musée national Gustave Moreau, Fondation Cartier

Andere Orte

> Ausgabe Nr. 5 

Maison de Balzac, Musée national Gustave Moreau und Fondation Cartier pour l'art contemporain, drei museale Orte außerhalb des Alltagsgeschehens der hektischen französischen Hauptstadt. Eine Entdeckungstour.

Nantes, Destination 2007

Eine Stadt organisiert ihre kulturelle Metamorphose

> Ausgabe Nr. 4 

«Nantes, Destination 2007», mit diesem Slogan wirbt die dynamische Hauptstadt der Region Pays de la Loire für einen ungewöhnlichen kulturellen Aufbruch: überdimensionierte, begehbare Erlebnisskulpturen auf einem ehemaligen Hafengebiet, zeitgenössische Kunstwerke entlang der Loire sowie ein neues Museum im herzoglichen, restaurierten Schloss. Ab dem nächsten Jahr wird Kultur in Nantes noch größer geschrieben.

Mac/Val

Erster zeitgenössischer Kunsttempel in einem Vorort von Paris 

> Ausgabe Nr. 3

In Frankreich gibt es die Hauptstadt Paris auf der einen Seite und die Provinz auf der anderen. Irgendwo dazwischen - als eine Art Niemandsland - sind nach dieser Logik die Pariser Vororte einzuordnen. Kulturelles Leben konnte sich dort über eine lange Zeit kaum entwickeln. Doch die Zeiten ändern sich. Mit dem Museum MAC/VAL in Vitry-sur-Seine ist nun das erste zeitgenössische Museum innerhalb des Pariser Speckgürtels eröffnet worden - eine kleine Revolution.

Jalan

Die Wiederentdeckung der Carnets de voyage

> Ausgabe Nr. 2 

Jalan Publications ist kein Verlag wie jeder andere. Gegründet vor drei Jahren, hat er es sich zur Aufgabe gemacht, ein bereits vergessenes Genre wiederzubeleben: Reiseerzählungen anhand von Zeichnungen und Skizzen. Es ist ein mutiges Vorhaben in Zeiten, in denen das Verlagswesen von einigen großen Herausgebern dominiert wird. Portrait eines kleinen französischen Verlages, der ungewöhnliche Wege beschreitet.

Willy Ronis

Eine Ausstellung über Paris

> Ausgabe Nr. 1 

Willy Ronis, 95 Jahre alt und ein Pariser Urgestein, zählt zu den großen Meistern der französischen Fotografie. Mit seinem Fotoapparat hat er das letzte Jahrhundert festgehalten und erzählt durch seine Bilder die Geschichte der Seine-Metropole und ihrer Bewohner. Seine Aufnahmen sind eine Liebeserklärung an die Stadt der Liebe. Bis zum 28. Februar 2006 würdigt die Stadt Paris sein berühmtes Werk mit einer glanzvollen Ausstellung im Rathaus.